Waldbrandgefahr in Deutschland steigt auf höchste Stufen
Waldbrandgefahr in Deutschland auf höchster Stufe

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Donnerstag in zahlreichen Regionen Deutschlands die Waldbrandgefahrenstufe 4 (hohe Gefahr) und örtlich sogar Stufe 5 (sehr hohe Gefahr) ausgerufen. Betroffen sind vor allem Baden-Württemberg, das Rhein-Main-Gebiet und Bayern. Die anhaltende Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 39 Grad Celsius und die ausgetrocknete Natur erhöhen das Brandrisiko massiv.

Extreme Hitze und Trockenheit als Brandbeschleuniger

Laut dem Waldbrandgefahrenindex des DWD, der meteorologische Faktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind und Niederschlag berücksichtigt, erreicht die Gefahrenlage in Süddeutschland ihren Höhepunkt. „Die größte Gefahrenlage für Waldbrände besteht in Baden-Württemberg. Dort ist sie am höchsten“, erklärte Christopher Böttcher, Waldbrandexperte beim DWD. Zudem seien das Rhein-Main-Gebiet und Bayern stark betroffen. In Frankfurt werden am Donnerstag bis zu 39 Grad erwartet, in weiten Teilen Bayerns bis zu 36 Grad.

Auch in Ostdeutschland steigt die Waldbrandgefahr deutlich an. Besonders in Brandenburg und Sachsen sowie teils in Sachsen-Anhalt sorgt die Kombination aus Hitze und Trockenheit für eine angespannte Lage. Der Wind spielt aktuell zwar kaum eine Rolle, doch die ausgetrocknete Vegetation wirkt vielerorts wie Zunder.

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Wie der Waldbrandgefahrenindex funktioniert

Der Waldbrandgefahrenindex des DWD wird aus verschiedenen meteorologischen Parametern berechnet: Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und Niederschlagsmenge. Er gibt das Potenzial für die Entstehung und Ausbreitung von Waldbränden an und wird in fünf Stufen von „sehr gering“ (Stufe 1) bis „sehr hoch“ (Stufe 5) dargestellt. Aktuell liegen mehrere Regionen in den Stufen 4 und 5.

Brandursachen: Von Zigaretten bis zu heißen Autos

Bei extremer Hitze und anhaltender Trockenheit genügt oft ein kleiner Funke, um einen Brand auszulösen. Experte Böttcher appelliert an die Bevölkerung, bei dem aktuellen Wetter nicht im Wald zu rauchen und „keine Zigaretten in die Natur zu schnippen“. Besonders warnt er vor der unterschätzten Gefahr durch abgestellte Fahrzeuge: „Die starke Abwärme von Katalysatoren und anderen Fahrzeugteilen kann trockenes Gras entzünden und so Wald- oder Flächenbrände auslösen.“ Ebenfalls tabu seien Grillen oder Lagerfeuer in Wäldern und in Waldnähe.

Sind Brände wie in Südeuropa möglich?

Auf die Frage, ob Waldbrände wie derzeit in Südeuropa auch in Deutschland vorkommen können, antwortet der DWD-Experte: „Die Waldbrandsituation bei uns ist nicht vergleichbar mit der Situation in Südeuropa. Die Waldstruktur ist dort eine andere und auch die Beschaffenheit der Böden. Vor allem die Nadelwälder sind in Südeuropa ein Problem. Sie brennen besonders gut.“ Dennoch sei die aktuelle Situation ernst zu nehmen. Die Behörden appellieren an die Bürger, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen und verdächtige Rauchentwicklungen sofort der Feuerwehr zu melden.

Die Hitzewelle soll nach aktuellen Prognosen am Wochenende leicht abklingen, doch die Trockenheit bleibt bestehen. Die Waldbrandgefahr werde daher vorerst nicht signifikant sinken, so der DWD.

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