Nächtliche Blutdruckspitzen: Schlaganfall-Risiko um 4 Uhr erhöht
Nächtliche Blutdruckspitzen: Schlaganfall-Risiko um 4 Uhr

Zwischen 3 und 4 Uhr morgens erleben viele Menschen unbemerkt einen Blutdruckanstieg, der das Schlaganfall-Risiko deutlich erhöht. Darauf macht der Kardiologe Dr. Nana-Yaw Bimpong-Buta, bekannt als „Herzensdoc NANA“, aufmerksam. Seine Erkenntnisse zeigen: Wer nachts aufwacht, sollte seinen Blutdruck im Blick haben.

Ursache: Hormone machen nachts Überstunden

Schuld an den nächtlichen Blutdruckspitzen sind Hormone wie Cortisol und Adrenalin. Sie werden in den frühen Morgenstunden vermehrt ausgeschüttet, um den Körper auf den Tag vorzubereiten. Bei gesunden Menschen pendelt sich der Blutdruck dadurch auf einem normalen Niveau ein. Bei Risikopatienten kann dieser Anstieg jedoch gefährliche Ausmaße annehmen.

„Gerade zwischen 3 und 4 Uhr morgens kommt es zu einem natürlichen Anstieg des Blutdrucks, der bei vorbelasteten Personen kritisch werden kann“, erklärt Dr. Bimpong-Buta. Dieser Zeitraum sei besonders kritisch, weil der Körper im Tiefschlaf eigentlich zur Ruhe kommen sollte. Stattdessen fährt das Herz-Kreislauf-System auf Hochtouren.

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Warum das Schlaganfall-Risiko steigt

Ein plötzlicher Blutdruckanstieg in der Nacht kann dazu führen, dass sich Gefäßablagerungen lösen oder ein Blutgerinnsel entsteht. Verstopft dieses ein Hirngefäß, kommt es zum Schlaganfall. Studien zeigen, dass das Risiko für einen Schlaganfall zwischen 6 und 10 Uhr morgens am höchsten ist – die Weichen dafür werden jedoch oft in den frühen Morgenstunden gestellt.

Dr. Bimpong-Buta betont: „Viele Menschen bemerken nicht, dass ihr Blutdruck nachts entgleist. Gerade wer unter Schlafapnoe oder Übergewicht leidet, hat ein erhöhtes Risiko.“ Er rät daher zu regelmäßigen Langzeitblutdruckmessungen, die auch die nächtlichen Werte erfassen.

Schutz: So halten Sie Ihr Herz stark

Um nächtliche Blutdruckspitzen zu vermeiden, empfiehlt der Experte eine Kombination aus Lebensstiländerung und medizinischer Kontrolle. Dazu gehören:

  • Regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung mit wenig Salz
  • Stressabbau durch Entspannungstechniken wie Meditation oder autogenes Training
  • Verzicht auf Alkohol und Nikotin, besonders am Abend
  • Eine Schlafhygiene, die für einen erholsamen Schlaf sorgt – etwa durch feste Schlafzeiten und ein kühles Schlafzimmer

Wer bereits Bluthochdruck hat, sollte seine Medikamente konsequent einnehmen und Rücksprache mit dem Arzt halten, wenn der Blutdruck morgens besonders hoch ist. In manchen Fällen kann eine Anpassung der Medikamenteneinnahme auf den Abend sinnvoll sein.

Eigenwahrnehmung ist entscheidend

Dr. Bimpong-Buta appelliert an die Eigenverantwortung: „Achten Sie auf Warnsignale wie nächtliches Aufwachen mit Herzrasen, Kopfschmerzen am Morgen oder Schwindel.“ Diese Symptome könnten auf nächtliche Blutdruckspitzen hinweisen. Wer solche Anzeichen bemerkt, sollte zeitnah einen Arzt aufsuchen und eine 24-Stunden-Blutdruckmessung durchführen lassen.

Die gute Nachricht: Wer seinen Blutdruck im Griff hat, kann das Schlaganfall-Risiko deutlich senken. Eine Studie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie zeigt, dass eine Senkung des systolischen Blutdrucks um 10 mmHg das Schlaganfall-Risiko um etwa 27 Prozent reduziert.

Fazit: Nächtliche Werte nicht unterschätzen

Die nächtlichen Blutdruckspitzen sind ein oft unterschätzter Risikofaktor. Wer sie frühzeitig erkennt und behandelt, schützt sein Herz und sein Gehirn. Dr. Bimpong-Buta rät: „Lassen Sie sich nicht von einem normalen Tagesblutdruck in Sicherheit wiegen. Entscheidend ist, was nachts passiert.“

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