RKI: Über 1.000 Hitzetote in Bayern – weniger betroffen als andere Länder
RKI: Über 1.000 Hitzetote in Bayern im Jahr 2026

Nach einer Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) sind im laufenden Jahr in Bayern bereits rund 1.050 Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben. Damit übersteigt die Zahl die des gesamten Vorjahres (490) deutlich und liegt höher als in den neun Jahren davor. Besonders betroffen sind ältere Menschen, bei denen Hitze oft in Kombination mit Vorerkrankungen zum Tod führt.

Hitzetote in Bayern: Schätzung des RKI

Die RKI-Schätzung basiert auf statistischen Berechnungen der Übersterblichkeit während Hitzewellen. Da auf Totenscheinen selten Hitze als direkte Todesursache vermerkt wird, nutzt das Institut Modellrechnungen. Der Wert für Bayern weist eine große Schwankungsbreite auf, liegt aber deutlich über den Durchschnittswerten der vergangenen Jahre. Zum Vergleich: 2025 starben bayernweit 490 Menschen hitzebedingt, und in den Jahren 2016 bis 2024 waren es jährlich zwischen 300 und 600.

Bayern im Ländervergleich

Trotz der hohen absoluten Zahl ist Bayern weniger stark betroffen als andere Bundesländer. In Baden-Württemberg schätzt das RKI 1.870 hitzebedingte Todesfälle, in Hessen 1.350 und in Nordrhein-Westfalen sogar 2.270 – jeweils bei niedrigerer oder ähnlicher Bevölkerungszahl. Pro 100.000 Einwohner liegt Bayern mit 7,9 Fällen im unteren Mittelfeld. Den höchsten Wert weist das Saarland mit 33 auf, den niedrigsten Schleswig-Holstein mit 2,4. Bundesweit geht das RKI von insgesamt 9.800 hitzebedingten Sterbefällen bis Ende Juli aus.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Ursachen und Hintergründe

Hitze kann auf unterschiedliche Weise tödlich wirken: Direkt durch Hitzeschlag oder Hitzekrampf, vor allem aber indirekt, indem sie bestehende Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes oder Atemwegserkrankungen verschlimmert. Das RKI betont, dass in den meisten Fällen eine Kombination aus Vorerkrankungen und Hitzeeinwirkung zum Tod führe. Besonders gefährdet sind ältere Menschen über 75 Jahre, aber auch Pflegebedürftige und chronisch Kranke. In der letzten Juniwoche erlebte Deutschland eine außergewöhnlich intensive Hitzewelle mit regional über 40 Grad Celsius. In Bayern war es nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der zweitheißeste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Jerichower Land in Sachsen-Anhalt wurde mit 41,8 Grad sogar ein neuer Temperaturrekord aufgestellt.

Ausblick auf den weiteren Sommer

Seit Mitte der Woche zieht die nächste Hitzewelle über Deutschland. Die Temperaturen steigen vielerorts wieder über 35 Grad. Da der Sommer noch lange nicht vorbei ist, könnte die Anzahl der Hitzetoten je nach Wetterlage weiter steigen. Das RKI empfiehlt, besonders ältere Menschen zu schützen: ausreichend trinken, kühle Räume aufsuchen, körperliche Anstrengung vermeiden. Städte wie München haben Hitzeschutzpläne aktiviert, um vulnerable Gruppen zu erreichen. Die Gesundheitsämter in Bayern beobachten die Entwicklung genau.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration