Eine neue Studie zeigt, dass der Cannabis-Wirkstoff THC traumatisierten Menschen helfen kann, ihre traumatischen Erinnerungen besser zu verarbeiten. Laut Forschern der University of Basel könnte dies den Weg für neue Therapien bei posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) ebnen.
Studie mit 28 Teilnehmern
Die Studie, die in der Fachzeitschrift "Nature Mental Health" veröffentlicht wurde, untersuchte 28 gesunde Probanden, die ein Trauma erlebt hatten. Sie erhielten entweder 15 Milligramm THC oder ein Placebo. Anschließend wurden sie mit einer virtuellen Realität konfrontiert, die an ihr Trauma erinnerte.
Die Ergebnisse zeigten, dass THC die emotionale Verarbeitung der Erinnerungen veränderte. Die Teilnehmer, die THC erhalten hatten, berichteten von einer verringerten emotionalen Belastung und einer erhöhten Fähigkeit, die Erinnerungen neu zu bewerten. "THC scheint die Art und Weise zu verändern, wie das Gehirn traumatische Erinnerungen speichert und abruft", erklärte Studienleiterin Dr. Anna Schmidt.
Hoffnung für PTBS-Patienten
Die Forscher betonen, dass die Ergebnisse vielversprechend sind, aber weitere Studien nötig sind, um die langfristigen Auswirkungen zu verstehen. "Wir hoffen, dass THC-basierte Medikamente in Zukunft eine Ergänzung zu bestehenden Therapien sein könnten", so Schmidt.
In Deutschland ist medizinisches Cannabis seit 2017 unter bestimmten Bedingungen verschreibbar. Die neue Studie könnte dazu beitragen, die Einsatzmöglichkeiten zu erweitern.
Experten warnen vor Eigenmedikation
Experten warnen jedoch davor, THC ohne ärztliche Aufsicht zu verwenden. "Die Dosierung und die Umgebung spielen eine große Rolle", sagt der Psychiater Dr. Markus Weber. "Eine falsche Anwendung könnte das Trauma sogar verstärken."
Die Studie wurde von der Schweizerischen Nationalfonds gefördert. Weitere Forschung ist geplant, um die Wirkung von THC in Kombination mit Psychotherapie zu untersuchen.



