Erstmals in Rheinland-Pfalz und die erste in diesem Jahr in Deutschland: Im Rhein-Pfalz-Kreis ist eine lokale Infektion mit dem West-Nil-Virus nachgewiesen worden – höchstwahrscheinlich nach einem Mückenstich, wie die Kreisverwaltung mitteilte. Die Person sei nicht im Ausland gewesen, nicht ansteckend und der Nachweis sei zufällig erfolgt.
Erster lokaler Fall in Rheinland-Pfalz
Das durch heimische Stechmücken auf den Menschen übertragbare West-Nil-Virus ist in Teilen Deutschlands bereits verbreitet. In Berlin ist es laut einer Charité-Studie inzwischen fest etabliert. Der rheinland-pfälzische Fall ist der erste im Jahr 2026 und markiert eine neue Entwicklung für das Bundesland. Bislang waren alle Infektionen in Rheinland-Pfalz auf Reiserückkehrer zurückzuführen.
Übertragung und Symptome
Das Virus werde in erster Linie von Stechmücken übertragen, teilte der Kreis mit. Die Infektion verlaufe meist ohne Symptome. Nur etwa 20 Prozent der Infizierten entwickelten eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung, die etwa drei bis sechs Tage andauere. Etwa eine von hundert infizierten Personen erkranke schwer. „Das West-Nil-Fieber heilt in der Regel folgenlos aus. Die Behandlung erfolgt rein symptomatisch, es gibt keine spezifische Therapie“, so die Kreisverwaltung.
Schutzmaßnahmen
Zum Schutz könne an Orten mit vielen Stechmücken langärmlige Kleidung getragen werden. Hilfreich sei auch die Anwendung von Insektenabwehrmitteln und Insektiziden sowie der Gebrauch von Moskitonetzen und Fenstergittern. Im Wohnumfeld sollten Mückenbrutplätze möglichst regelmäßig beseitigt werden. Warme Sommertage und ab und zu Regen sind ideal für Stechmücken.
Zahlen aus Deutschland
Deutschlandweit gab es 2025 laut Robert Koch-Institut 14 West-Nil-Fälle, 49 waren es im Jahr 2024 und 16 im Jahr 2023 – infizierte Reiserückkehrer allerdings mitgezählt. Wissenschaftler gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat kürzlich wegen mehrerer Erkrankungen an West-Nil-Fieber in Südeuropa zu verstärkter Wachsamkeit aufgerufen. Der Fall in Rheinland-Pfalz unterstreicht die Notwendigkeit, die Ausbreitung des Virus weiter zu beobachten und Schutzmaßnahmen zu ergreifen.



