Wer bei der Geldanlage auf Sicherheit und planbare Erträge setzt, liegt mit Festgeld richtig. Im Gegensatz zu Aktien oder Fonds ist der Zinsertrag von Anfang an bekannt – allerdings ist das Geld während der Laufzeit nicht flexibel verfügbar. Aktuell bieten zahlreiche Banken attraktive Zinssätze, teils über 3 Prozent. Eine Auswahl der besten Festgeld-Angebote mit Laufzeiten von zwölf Monaten und mehr.
Festgeld mit zwölf Monaten Laufzeit: Spitzenzinsen im Überblick
Anleger, die ihr Geld für ein Jahr binden möchten, können bei verschiedenen Instituten Zinsen von über 3 Prozent erzielen. Die Bank of Scotland gewährt für Laufzeiten zwischen drei und zwölf Monaten bis zu 3,0 Prozent Zinsen per annum. Die Mindestanlage liegt bei 100 Euro, maximal sind 500.000 Euro möglich. Voraussetzung ist die Eröffnung eines kostenlosen Tagesgeldkontos als Referenzkonto. Die Einlagensicherung erfolgt über Deutschland mit AAA-Bonität sowie einen zusätzlichen Einlagensicherungsfonds. Bei einer Anlage von 10.000 Euro über zwölf Monate ergibt sich ein Ertrag von 300 Euro.
Die J&T Direktbank, eine deutsche Zweigniederlassung der tschechischen J&T Banka, bietet für ein Jahr 3,05 Prozent Zinsen. Die Laufzeiten reichen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, wobei für zehn Jahre sogar 3,5 Prozent möglich sind. Die Anlagesumme muss zwischen 1.000 und 250.000 Euro liegen. Die Zinsgutschrift erfolgt jährlich, und ein Tagesgeldkonto wird automatisch mit eröffnet. Die Einlagensicherung läuft über Tschechien mit A-Bonität – das ist etwas schlechter als die deutsche Bewertung, schützt aber ebenfalls bis 100.000 Euro pro Kunde. Bei 10.000 Euro für ein Jahr ergibt sich ein Ertrag von 305 Euro.
Weitere Anbieter mit hohen Zinsen für zwölf Monate sind Raisin (3,15 Prozent), die Oyak Anker Bank (3,1 Prozent) und die Bigbank (3,05 Prozent). Diese Angebote richten sich vor allem an Sparer, die ihr Kapital für einen überschaubaren Zeitraum festlegen möchten.
Langfristig anlegen: Festgeld mit fünf und zehn Jahren Laufzeit
Wer sein Geld länger binden kann, profitiert von teils höheren Zinssätzen. Die pbb direkt, eine Tochter der Deutschen Pfandbriefbank AG, bietet bis zu 3,3 Prozent Zinsen bei einer fünfjährigen Laufzeit. Bei zehn Jahren liegt der Zinssatz bei 3,0 Prozent – der höhere Ertrag ergibt sich aus dem Zinseszinseffekt. Die Laufzeiten sind zwischen einem und zehn Jahren wählbar. Die Auszahlung erfolgt wahlweise jährlich oder am Ende der Laufzeit. Als Referenzkonto dient ein kostenloses Tagesgeldkonto. Die Einlagensicherung erfolgt über Deutschland (AAA-Bonität) und zusätzlich über den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Für 10.000 Euro über zwölf Monate beträgt der Ertrag 250 Euro – bei längerer Laufzeit steigt er entsprechend. Interessant: Anleger können bei der pbb direkt auch Festgeld in US-Dollar anlegen, mit maximal 3,75 Prozent Zinsen bei zwei Jahren Laufzeit.
Die BBVA bietet mit ihrem flexiblen Festgeld eine Besonderheit: Die Anlage ist jederzeit ganz oder teilweise kündbar. Damit verbindet das Produkt die Vorteile von Fest- und Tagesgeld. Der Zinssatz liegt bei maximal 3,2 Prozent pro Jahr bei fünfjähriger Laufzeit. Laufzeiten sind zwischen sechs Monaten und fünf Jahren möglich. Die Anlagesumme reicht von 500 bis 1.000.000 Euro. Voraussetzung ist ein Girokonto bei der BBVA als Referenzkonto. Die Einlagensicherung erfolgt über Spanien mit A+-Bonität – auch hier gilt der Schutz bis 100.000 Euro. Bei 10.000 Euro über zwölf Monate ergibt sich ein Ertrag von 285 Euro.
Volkswagen Bank: Sparbrief mit bis zu 3,1 Prozent
Die Volkswagen Bank unterscheidet zwischen Festgeldkonten (bis ein Jahr) und Sparbriefen (ein bis fünf Jahre). Den höchsten Zinssatz von 3,1 Prozent erzielen Anleger bei zwei oder drei Jahren Laufzeit. Die Mindestanlage beträgt 2.500 Euro, eine Maximalgrenze gibt es nicht. Die Auszahlung erfolgt am Ende der Laufzeit. Erforderlich ist ein kostenloses Tagesgeldkonto als Referenzkonto. Die Einlagensicherung basiert auf Deutschland (AAA-Bonität) sowie einem zusätzlichen Fonds. Für 10.000 Euro über zwölf Monate ergibt sich ein Ertrag von 300 Euro.
Worauf bei der Festgeldanlage achten?
Beim Vergleich von Festgeld-Angeboten sollten Sparer nicht allein auf den Zinssatz schauen. Wichtige Kriterien sind die Laufzeit, die Mindest- und Höchstanlage sowie die Einlagensicherung des jeweiligen Landes. Da das Geld während der Laufzeit in der Regel nicht verfügbar ist, sollte nur die Summe angelegt werden, die in dieser Zeit nicht benötigt wird. Auch der Zeitpunkt der Zinsgutschrift und die Regelungen zum Laufzeitende sind relevant: Manche Banken überweisen das Guthaben automatisch zurück, andere verlängern die Anlage ohne aktiven Widerspruch. Anleger sollten daher die Bedingungen vor Vertragsabschluss genau prüfen.
Ein weiterer Punkt ist die Bonität des Sitzlandes der Bank. Deutsche Institute bieten in der Regel die höchste Sicherheit (AAA-Rating), während Banken aus Tschechien oder Spanien eine etwas geringere Bonität aufweisen. Die gesetzliche Einlagensicherung beträgt in der EU einheitlich 100.000 Euro pro Kunde und Bank, aber die staatliche Deckung kann im Krisenfall unterschiedlich ausfallen. Festgeld bleibt eine vergleichsweise risikoarme Anlageform – ideal für konservative Anleger, die auf planbare Erträge setzen.



