Diebstähle auf Hessens Friedhöfen nehmen deutlich zu
Mehr Diebstähle auf Hessens Friedhöfen

Die Diebstähle auf Hessens Friedhöfen haben sich innerhalb von drei Jahren mehr als verdoppelt. Laut Kriminalstatistik der Polizei wurden im Jahr 2025 insgesamt 575 Fälle registriert, bei denen Diebe Wertmetalle wie Bronze, Kupfer, Messing und Edelstahl stahlen. Der dabei entstandene Schaden belief sich auf 602.561 Euro. Im Jahr 2022 waren es lediglich 248 Fälle mit einer Schadenssumme von 189.719 Euro gewesen.

Anstieg seit 2022 kontinuierlich

Seit 2022 steigt die Zahl der Friedhofsdiebstähle in Hessen kontinuierlich an. Eine Sprecherin des Hessischen Landeskriminalamtes (LKA) erklärte, dass die Täter es überwiegend auf Gegenstände aus Wertmetallen abgesehen hätten. Das Diebesgut werde beispielsweise an Schrotthändler verkauft. Die Täter gingen dabei unterschiedlich vor: Sie nähmen Gegenstände einfach weg oder demontierten sie mit Werkzeugen. Dafür käme jede Tageszeit infrage, da Friedhöfe in der Regel öffentlich zugänglich, weiträumig und nur bedingt einsehbar und überwachbar seien.

Die Gesamtzahl der Fälle von 2020 bis 2025 beträgt 2.606, wie aus der Kriminalstatistik hervorgeht. Der Gesamtschaden wird vom LKA auf gut 1,47 Millionen Euro beziffert. Von den 2.606 Fällen konnten 788 aufgeklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 30,2 Prozent entspricht.

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Rückgang 2021 wegen Corona

Ein Blick auf die Vorjahre zeigt eine auffällige Entwicklung: Während 2020 mit 763 Fällen die höchste Fallzahl verzeichnet wurde, ging die Zahl 2021 deutlich auf 190 Fälle zurück. Dies könnte laut LKA-Sprecherin mit der Corona-Pandemie und den staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zusammenhängen. Die Maßnahmen hätten das öffentliche Leben stark eingeschränkt, was möglicherweise auch die Aktivitäten von Dieben beeinflusst habe.

Frankfurt am stärksten betroffen

Die meisten Diebstähle auf Friedhöfen gab es in Frankfurt am Main: 684 Fälle wurden dort registriert. Es folgen Offenbach am Main mit 77 Fällen und Wiesbaden mit 76 Fällen. Diese Zahlen deuten laut LKA darauf hin, dass städtische Ballungsräume tendenziell stärker betroffen sind. Eine gute Verkehrsanbindung, wie die Nähe zu Autobahnen, könnte dabei einen potenziellen Risikofaktor darstellen, wie die Sprecherin erläuterte. Allerdings sei diese Anbindung nicht als alleiniger Einflussfaktor zu betrachten – auch Faktoren wie die Bevölkerungsdichte spielten eine Rolle.

Strafen: Bis zu zehn Jahre Haft möglich

Werden die Täter gefasst, drohen ihnen empfindliche Strafen. Wie die LKA-Sprecherin betonte, kommen insbesondere Straftaten wie Diebstahl in Betracht, der mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet wird. Liegt ein bandenmäßiger Diebstahl vor, beträgt das Strafmaß zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Haft. Darüber hinaus kann auch der Tatbestand der Störung der Totenruhe erfüllt sein, wofür das Gesetz eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren vorsieht.

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