Badegäste fischen in Sizilien 700.000 Euro aus dem Meer
Badegäste fischen in Sizilien 700.000 Euro aus dem Meer

Was wie ein ganz normaler Badetag an der sizilianischen Küste begann, endete für einige Touristen mit einem unerwarteten Fund. Am Strand von Casuzze beobachteten Badegäste, wie mehrere Männer von einem Boot aus Päckchen ins Mittelmeer warfen. Neugierig geworden, holten einige Strandbesucher die Gegenstände aus dem Wasser – und trauten ihren Augen kaum, als sich in den Paketen Bündel von Geldscheinen befanden. Der Wert der Ladung soll nach ersten Erkenntnissen rund 700.000 Euro betragen.

Wie das italienische Nachrichtenportal „Rai News“ berichtet, hatten sich vier Männer mit einem Motorboot in Küstennähe aufgehalten. Zwei von ihnen verließen das Boot, um Benzin zu holen. In der Zwischenzeit bemerkten aufmerksame Zeugen, dass das Boot immer weiter in Richtung Strand trieb, und alarmierten die Küstenwache. Erst als die Ordnungshüter in Sichtweite kamen, geriet die Lage offenbar außer Kontrolle.

Panik an Bord: Kostbare Fracht landet im Meer

Die Ankunft der Küstenwache versetzte die Insassen des Motorbootes sichtlich in Unruhe. Offenbar aus Angst vor einer Kontrolle begannen sie, ihre Ladung hastig über die Reling zu werfen. Mehrere Kühltaschen und Kunststoffpakete trieben wenig später auf der Wasseroberfläche. Die Badegäste am Strand zögerten nicht lange und fischten einen Teil der Behältnisse aus dem Meer. In ihrem Inneren entdeckten sie große Mengen Bargeld – nach ersten Schätzungen im Wert von rund 700.000 Euro.

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Das Boot wurde wenig später von einer Spezialeinheit der Polizei gestoppt und durchsucht. Die vier Besatzungsmitglieder wurden von den Einsatzkräften kontrolliert. Das Boot selbst wurde sichergestellt. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Fahrzeug für illegale Zwecke genutzt wurde. Einzelheiten wollten die Behörden zunächst nicht nennen.

Finanzpolizei und Staatsanwaltschaft ermitteln

Die Finanzpolizei und die Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungen übernommen. Nach Angaben der Behörden besteht der Verdacht, dass das Boot Teil einer kriminellen Operation war, bei der größere Geldbeträge über den Seeweg transportiert werden sollten. Solche Vorgehensweisen werden in Italien immer wieder aufgedeckt, insbesondere im Zusammenhang mit Drogenhandel, Wucher oder illegalem Glücksspiel. Ob das gefundene Geld aus einer dieser Straftaten stammt, muss nun geklärt werden.

Die Staatsanwaltschaft prüft außerdem, ob die vier Männer möglicherweise einer Bande angehören, die regelmäßig Geld zwischen Sizilien und dem Festland schmuggelt. Die Ermittler stellen derzeit sicher, dass die Spuren gesichert und die Banknoten auf ihre Herkunft untersucht werden. Auch die Nummern der Geldscheine könnten Hinweise darauf geben, ob sie aus Erpressungen oder anderen Straftaten stammen.

Was passiert mit dem gefundenen Bargeld?

Die Badegäste, die die Pakete aus dem Wasser geholt haben, mussten ihre Beute den Polizeibeamten übergeben. Für sie bleibt vermutlich nur die Erinnerung an einen außergewöhnlichen Strandtag. Die Behörden betonen, dass das Bargeld zunächst als Beweismittel beschlagnahmt bleibt. Sollte sich herausstellen, dass es aus einer Straftat stammt, wird es nach Abschluss des Verfahrens eingezogen oder den rechtmäßigen Eigentümern zurückgegeben – sofern diese sich melden.

Der Vorfall hat in Casuzze, einem Küstenort im Süden Siziliens, für Aufsehen gesorgt. Die Gemeinde nahe der Provinz Ragusa ist eigentlich für ihre Strände und ihr klares Wasser bekannt, rückt nun aber aus einem anderen Grund in den Fokus. Die örtliche Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und prüft, ob es weitere Zeugen gibt, die den Vorfall aus nächster Nähe beobachtet haben.

Die Bilder von Badegästen, die am helllichten Tag Geldpakete aus dem Mittelmeer fischen, verbreiten sich derweil in den sozialen Netzwerken. Für die Ermittler ist der Fall jedoch alles andere als ein Sommerspaß: Sie müssen klären, welche kriminellen Machenschaften hinter dem ungewöhnlichen Transport stecken – und ob die vier Männer Teil eines größeren Netzwerks sind.

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