Berufsverbot für Chirurgen nach Tod von Zweijährigem durch erfrorenes Spenderherz
Berufsverbot für Chirurgen nach Herz-OP-Panne in Neapel

In Neapel ist ein zweijähriger Junge gestorben, nachdem ihm ein beschädigtes Spenderherz transplantiert worden war. Ein Gericht hat nun vorübergehende Berufsverbote gegen eine Ärztin und einen Arzt verhängt. Die Herzchirurgen wurden wegen Urkundenfälschung für zwölf beziehungsweise sieben Monate von ihrer Arbeit suspendiert. Das Gericht in Neapel befand die beiden für schuldig, nach dem Behandlungsfehler die Krankenakte des Kindes manipuliert zu haben.

Hintergrund des Falls

Das monatelange Drama um den kleinen Domenico in einer Klinik der süditalienischen Großstadt hatte weit über Italien hinaus für Aufsehen gesorgt. Der Junge litt an einem seltenen Herzfehler und wartete lange auf ein Spenderorgan. Kurz vor Weihnachten des vergangenen Jahres wurde endlich ein passendes Herz gefunden. Auf dem Transport aus Bozen in Südtirol nach Neapel wurde das Organ jedoch mit Trockeneis gekühlt, anstatt wie üblich mit herkömmlichem Eis. Dadurch erfror das Herz.

Vertuschungsversuche und Tod

Die Ärzte in Neapel hatten Domenico bereits sein eigenes Herz entnommen, bevor das Ersatzorgan eintraf. Trotz der irreparablen Schäden transplantierten sie das Spenderherz. Nach Auffassung des Gerichts versuchten die Ärzte anschließend, die Behandlungsfehler zu vertuschen. Der Junge starb, nachdem er wochenlang im Koma gelegen hatte. Die Hoffnung, für ihn ein weiteres geeignetes Herz zu finden, erfüllte sich nicht.

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Weitere Ermittlungen

Wegen des Behandlungsfehlers laufen noch weitere Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen die Ärztin und den Arzt sowie gegen andere Beteiligte, auch wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Die Mediziner waren bereits intern von der Arbeit am Operationstisch freigestellt worden. Die Eltern von Domenico bestehen darauf, dass von der Justiz jemand zur Rechenschaft gezogen wird. Inzwischen haben sie eine Stiftung mit dem Namen ihres Sohnes gegründet, die anderen herzkranken Kindern helfen soll.

Mangel an Spenderorganen

Aktuell sind in Europa mehr als 13.000 Menschen dringend auf ein neues Herz oder andere Organe angewiesen. Allein in Deutschland warteten nach Angaben der Stiftung Organtransplantation Ende vergangenen Jahres mehr als 1100 Menschen auf ein Spenderherz.

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