Ein Blitzeinschlag hat die schwäbische Kleinstadt Harburg faktisch zweigeteilt. Sämtliche Schranken an den Bahnübergängen sind ausgefallen, wodurch die einzigen zwei Verbindungsstraßen zwischen dem West- und Ostteil der Stadt nicht mehr befahrbar sind. Das bestätigte ein Polizeisprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Zwei Straßen, ein Ausfall: Die komplette Verbindung ist gekappt
Die beiden betroffenen Straßen sind die einzigen Verkehrswege, die die Westhälfte von Harburg mit der Osthälfte verbinden. Durch den Blitzeinschlag blieben die Schranken in geschlossener Position, sodass kein Fahrzeug die Gleise überqueren kann. Fußgänger und Radfahrer sind von der Sperrung nicht betroffen, können die Übergänge aber nur eingeschränkt nutzen, da die Schranken den kompletten Gehweg blockieren.
Für Autofahrer bedeutet das: ein kilometerlanger Umweg. Die nächste Möglichkeit, die Bahnstrecke zu queren, befindet sich in mehreren Kilometern Entfernung, was gerade für Pendler und Berufspendler eine erhebliche zeitliche Verzögerung darstellt. Die Polizei rechnet damit, dass die Störung bis in den Morgen andauern könnte – ausgerechnet pünktlich zum Berufsverkehr.
Techniker der Bahn informiert, aber Überlastung
Ein Techniker der Deutschen Bahn wurde umgehend informiert. Allerdings muss er sich wegen der großen Anzahl an Störungen, die durch das Unwetter verursacht wurden, gedulden. „Wir haben derzeit viele Baustellen“, hieß es aus der Leitstelle. Bis zur Behebung des Schadens bleiben die Schranken geschlossen, um die Sicherheit im Schienenverkehr zu gewährleisten.
Die Polizei warnt ausdrücklich davor, geschlossene Bahnschranken zu umfahren oder Schleichwege zu nutzen. Solche Verstöße gefährden nicht nur die eigene Sicherheit, sondern können auch zu erheblichen Bußgeldern führen. Die Beamten haben angekündigt, die Übergänge verstärkt zu kontrollieren.
Hintergrund: Gewitterzelle über Schwaben
Der Blitzeinschlag ereignete sich im Zuge einer kräftigen Gewitterzelle, die am späten Abend über Schwaben hinwegzog. In der Region kam es zu zahlreichen wetterbedingten Einsätzen, darunter umgestürzte Bäume und vollgelaufene Keller. In Harburg selbst richtete der Blitz neben dem Schaden an den Bahnanlagen auch kleinere Schäden an, etwa an einer Stromleitung, die jedoch schnell repariert werden konnte.
Die Stadtverwaltung von Harburg hat eine Umleitungsbeschilderung eingerichtet, um den Verkehr an den gesperrten Übergängen vorbeizuleiten. Dennoch bitten die Verantwortlichen um Verständnis und Geduld, da die Umwege in der Dunkelheit nicht ausgeschildert sind und ortsunkundige Fahrer sich leicht verfahren können.
Betroffene Anwohner: „Man fühlt sich abgeschnitten“
Anwohner der Osthälfte reagierten verärgert. „Man fühlt sich abgeschnitten von der Welt“, sagte ein Bewohner, der nachts von der Arbeit zurückkehrte und nicht mehr in seine Straße gelangen konnte. Er musste einen weiten Bogen über die Nachbarorte fahren, um sein Zuhause zu erreichen. Andere berichten von Schwierigkeiten, ihre Kinder von Freizeitaktivitäten abzuholen oder Notdienste zu erreichen.
Die Feuerwehr Harburg steht in Bereitschaft, um im Notfall die Gleise zu überqueren, solange die Schranken defekt sind. Rettungsfahrzeuge der Feuerwehr und des Rettungsdienstes haben eine Sondergenehmigung, die Schranken im Bedarfsfall zu öffnen, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.
Bahnverkehr selbst nicht betroffen
Der Zugverkehr auf der Strecke, die durch Harburg verläuft, ist von der Störung nicht betroffen. Die Züge fahren planmäßig, da die Schranken in der Sicherheitsposition verharren. Dies sorgt jedoch für zusätzliche Wartezeiten an den Übergängen, da sich die Wartezeiten für Autofahrer verlängern, wenn ein Zug durchfährt.
Die Deutsche Bahn hat angekündigt, einen Notfalltechniker zu entsenden, sobald die Lage an anderen Störungsstellen entspannt ist. Eine genaue Prognose, wann die Schranken wieder funktionieren, konnte nicht gegeben werden. Die Polizei rät, die betroffenen Bereiche weiträumig zu umfahren und sich über aktuelle Verkehrsmeldungen zu informieren.



