Weil er die Raten für sein Luxusauto nicht mehr bezahlen konnte, inszenierte ein Brite einen dramatischen Polizeieinsatz. Nathan Owen (33) täuschte am 6. März 2024 einen technischen Defekt seines E-Jaguars vor und raste 35 Minuten lang über eine vielbefahrene Autobahn bei Liverpool. Die Polizei versuchte vergeblich, das Fahrzeug zu stoppen. Am Ende stand der Mann wegen Betrugs vor Gericht und wurde zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.
Gefährliche Fahrt mit 138 km/h
Gegen 14 Uhr wählte Owen den Notruf und behauptete, sein Fahrzeug habe eine Fehlfunktion und er könne nicht mehr bremsen. Mit 138 km/h fuhr er über die Autobahn, während Polizeifahrzeuge sich vor und neben ihn setzten, um ihn auszubremsen und andere Verkehrsteilnehmer zu schützen. Laut Polizei rammte Owen die Beamtenfahrzeuge mehr als 30 Mal. Die gefährliche Fahrt endete erst nach 35 Minuten, als die Batterie des Elektroautos leer war.
Nach der Fahrt versuchte Owen, aus der Situation Profit zu schlagen. Er verkaufte seine Geschichte an die britische Zeitung „The Sun“ für knapp 1000 Euro. Weitere Medien berichteten, was für Jaguar zu einem PR-Desaster wurde. Der Autokonzern musste laut eigenen Angaben rund 58 Millionen Euro aufwenden, um den Imageschaden zu beheben.
Ermittlungen decken Lüge auf
Die Polizei und Sachverständige untersuchten den E-Jaguar gründlich. Die Auswertung der Fahrzeugdaten zeigte, dass Owen das Bremspedal während der gesamten Fahrt nicht betätigt hatte. Das Fahrzeug war in einwandfreiem Zustand. Zudem stellte sich heraus, dass der 33-Jährige nur eine halbe Minute vor dem Notruf noch in einem Kreisverkehr gestanden hatte.
Das Motiv für die Täuschung waren erhebliche finanzielle Probleme. Owen hatte Ratenrückstände von rund 5800 Euro für das Luxusauto. Bei der Auswertung seines Mobiltelefons fanden die Ermittler Nachrichten, in denen er darüber diskutierte, wie er das Fahrzeug und seine Schulden loswerden könnte – unter anderem durch einen Totalschaden.
Urteil: Vier Jahre und drei Monate Haft
Der bis dahin unbescholtene Brite musste sich vor Gericht verantworten. Sein Vater sagte aus, dass sein Sohn in einer Traumwelt lebe. Der Richter verurteilte Owen am Montag wegen Betrugs zu vier Jahren und drei Monaten Haft. Die Polizei von Merseyside betonte, dass das Verhalten des Mannes lebensgefährlich war und er nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr gebracht habe.



