Die Polizei hat in Remscheid ein beachtliches Waffenlager in einem Keller unter einem Mehrfamilienhaus entdeckt. Der Fund umfasst unter anderem Sturmgewehre des Typs G3, Maschinengewehre MG43 sowie zahlreiche Waffenteile, die aus Beständen der Bundeswehr stammen. Der mutmaßliche Besitzer, ein Automechaniker namens Konstantin I., wurde bei der Razzia festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft.
Fund in einem versteckten Kellerraum
Der Kellerraum, der tief unter dem Gebäude lag, war nur über eine versteckte Luke zugänglich. Die Beamten stellten neben den vollständigen Waffen auch Munition und Zubehörteile sicher. Nach ersten Ermittlungen handelt es sich um eine erhebliche Menge an Kriegswaffen, die offenbar über Jahre hinweg gehortet wurde. Die genaue Anzahl der Waffen und die Menge der Munition werden derzeit noch ausgewertet.
Herkunft der Bundeswehr-Teile
Besonders brisant ist die Herkunft der Waffenteile. Wie konnten Bauteile von Sturmgewehren und Maschinengewehren aus militärischer Hand in den Keller eines mutmaßlichen Mafia-Mitglieds gelangen? Die Ermittler gehen Hinweisen nach, dass die Teile über einen längeren Zeitraum aus Bundeswehr-Beständen abgezweigt wurden. Es wird vermutet, dass ein Netzwerk von Soldaten und Zivilisten an dem illegalen Handel beteiligt war. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob es Verbindungen zu anderen Waffenfunden im In- und Ausland gibt.
Sicherheitslücken der Bundeswehr
Der Fall wirft erneut Fragen nach den Sicherheitsvorkehrungen bei der Bundeswehr auf. Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Berichte über verschwundene Waffen und Munition. Die Ermittler sehen in diesem Fund einen Beleg für systematische Schwachstellen in der Logistik und Kontrolle der militärischen Bestände. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums kündigte eine umfassende Überprüfung der Sicherheitsstandards an.
Ermittlungen und Prozess
Die Polizei ermittelt gegen Konstantin I. wegen illegalen Waffenbesitzes und Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Zudem wird geprüft, ob er die Waffen weiterveräußert hat. Die Ermittlungen erstrecken sich auch auf mögliche Mittäter innerhalb der Bundeswehr. Der Prozess wird voraussichtlich in den nächsten Monaten vor dem Landgericht Wuppertal stattfinden. Die Sicherheitsbehörden sehen in dem Fall ein Zeichen für die anhaltende Bedrohung durch illegalen Waffenhandel und die Notwendigkeit einer verstärkten Kontrolle.



