70-Jähriger in Berlin wegen Kokain-Schmuggel mit Katamaran angeklagt
Kokain-Schmuggel mit Katamaran: 70-Jähriger in Berlin angeklagt

Ein 70-jähriger Mann aus Berlin ist wegen des Handels mit Kokain in nicht geringer Menge angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, einen spektakulären Schmuggel von über zwei Tonnen Kokain per Katamaran über den Atlantik koordiniert zu haben. Der Beschuldigte schweigt zu den Vorwürfen; es gilt die Unschuldsvermutung. Er sitzt derzeit eine andere Haftstrafe wegen Drogenhandels ab.

Der geplante Schmuggel

Laut Anklage soll der Mann den Schmuggel im Jahr 2021 von den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Schweiz und Deutschland aus gesteuert haben. Dabei nutzte er ein verschlüsseltes Telefon des Anbieters Sky ECC. Rund 2,2 Tonnen Kokain sollten von Brasilien nach Sierra Leone transportiert werden. Von dort aus war geplant, die Drogen mit einem Schleppschiff nach Europa zu bringen. Für das Vorhaben soll der 70-Jährige den Beteiligten mehr als zwei Millionen Euro im Voraus gezahlt haben.

Das Scheitern des Plans

Der Plan scheiterte jedoch: Das Schleppschiff konnte keinen Kontakt zum Katamaran herstellen. Daraufhin kehrte das Segelboot mit den Drogen zurück Richtung Brasilien. Etwa 270 Kilometer vor der brasilianischen Küste wurde der Katamaran von der Küstenwache abgefangen. Die Crew wurde festgenommen und zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Kapitän erhielt eine Strafe von 23 Jahren und 4 Monaten. Die beschlagnahmten Drogen wurden vernichtet, das Segelboot einer Universität zur Meeresforschung übergeben.

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Ermittlungen und frühere Verurteilungen

Die Ermittler kamen dem 70-Jährigen durch die Auswertung der Handydaten auf die Spur. Der Angeschuldigte war bereits 2009 in New York wegen Drogenhandels zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. 2024 folgte eine weitere Verurteilung in Berlin zu sieben Jahren Haft. Sollte er auch in diesem Fall schuldig gesprochen werden, drohen ihm weitere zehn Jahre Haft. Die EU-Polizeibehörde Europol hatte Ende 2020 die Verschlüsselung von Sky ECC geknackt und Millionen Chat-Nachrichten gesichert, was die Ermittlungen maßgeblich unterstützte.

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