Ein 27-jähriger Mann aus Berlin muss sich ab kommender Woche vor dem Landgericht Potsdam verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord vor, nachdem er im vergangenen September an der Grenze zwischen Berlin und Brandenburg mit einem Auto gezielt auf vier Personen zugefahren sein soll. Dabei wurde ein Mensch getötet, drei weitere erlitten Verletzungen.
Hintergrund der Tat: Streit im Auto eskalierte
Der Vorfall ereignete sich im September 2025 an der südlichen Landesgrenze von Berlin und Brandenburg. Nach Angaben der Anklagebehörde geriet der damals 27-Jährige zunächst als Beifahrer mit dem 43-jährigen Fahrer des Autos in einen heftigen Streit. Im Verlauf des Streits soll der Jüngere den Älteren mit der Faust ins Gesicht geschlagen und anschließend gewürgt haben. Der 43-Jährige versuchte, sich aus dem Würgegriff zu befreien, wobei einer seiner Finger in den Mund des Angreifers gelangte. Dieser biss ihm daraufhin eine Fingerkuppe ab, woraufhin der 43-Jährige flüchten konnte.
Die tödliche Fahrt des 27-Jährigen
Nach der Flucht des ersten Opfers wechselte der 27-Jährige auf den Fahrersitz und gab Gas. Zunächst stieß er gegen ein geparktes Fahrzeug und kollidierte mit einem Postverteilerkasten. Anschließend erfasste er eine 59-jährige Fußgängerin und einen 66-jährigen Fußgänger. Danach setzte er seine Fahrt nach Brandenburg in Richtung Potsdam-Mittelmark fort. In Teltow kam er erneut von der Straße ab und rammte einen Fahrradfahrer, der noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen erlag. Der Unfallfahrer versuchte zu Fuß zu flüchten, wurde jedoch von der Polizei in der Nähe des Tatorts gefasst.
Prozessauftakt am 25. Juni
Der Prozess gegen den 27-Jährigen beginnt am 25. Juni 2026 vor dem Landgericht Potsdam. Die Anklage lautet auf Mord in einem Fall und versuchten Mord in drei weiteren Fällen. Die Verhandlung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, da der Angeklagte zum Tatzeitpunkt möglicherweise unter dem Einfluss von Drogen stand. Die Staatsanwaltschaft geht von einer heimtückischen Vorgehensweise aus, da die Opfer keine Chance zur Flucht hatten.



