Rapper Beslik ruft zu Gewalt gegen Politiker auf – Ermittlungen laufen
Rapper Beslik: Aufruf zu Gewalt gegen Politiker

Der Düsseldorfer Rapper Beslik, bürgerlich Nicholas Johannes Busch, hat in einem Interview offen zu Gewalt gegen Politiker aufgerufen. In dem Podcast „Take Me Späti“ von Influencerin Sara Arslan sagte der 26-Jährige, man müsse Politiker „lynchen“ und solle „vielleicht Waffen zu Hause haben“, um die Regierung „mit Waffengewalt“ zu stürzen. Er schwärmte von „Fackeln und Heugabeln“ und bezeichnete sich selbst als auf einer „sozialistischen Welle“.

Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung und der Aufforderung zu Straftaten eingeleitet. Eine Sprecherin bestätigte, dass man die Äußerungen des Rappers prüfe. Beslik erreicht mit seiner Musik auf Spotify monatlich rund 200.000 Hörer, auf Instagram folgen ihm fast 60.000 Menschen.

In dem Interview, das für großes Aufsehen sorgte, sagte Beslik wörtlich: „Wir als Volk sind wirklich täglich realer Gewalt ausgesetzt.“ Doch man sei „nicht bereit, die Leute, die dafür verantwortlich sind, Konsequenzen spüren zu lassen.“ Besonders empörte ihn die Kritik an der Blockade von Ex-Vizekanzler Robert Habeck durch wütende Bauern. Schlagzeilen über eine überschrittene „rote Linie“ konterte er: „Digga, ihr seid so hängengeblieben.“ Wenn Politiker täglich ins Privatleben der Bürger eingriffen, „dann haltet ihr alle eure Fresse. Wie lächerlich kann man sein?“

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Weitere Eskalation bei Hiphop.de

Gegenüber dem Portal „Hiphop.de“ legte Beslik nach und äußerte sich abfällig über Bundeskanzler Friedrich Merz: „Dass Friedrich Merz ein Arschloch ist, das ist, glaube ich, allen bewusst.“ Demonstrieren bringe seiner Ansicht nach nichts: „So werden wir halt nichts wirklich ändern, wenn wir Dinge nicht ein bisschen extremer in die Hand nehmen.“ Die Deutschen seien zu brav und von einer Mentalität der „Hörigkeit“ geprägt. Als Vorbild nannte er die Franzosen, „die einfach mal wirklich die ganze Scheiße anzünden.“

Der Rapper, der sich selbst als „Penner, der Musik macht“ bezeichnet, betonte, dass er seine Aussagen „zu 100 Prozent“ ernst meine. Er erzählte außerdem, dass er nach nur drei Monaten von seinem Ausbildungsplatz gefeuert wurde und heute als Musiker Geld verdient. Seine Social-Media-Präsenz nutzt er offenbar, um seine radikalen Ansichten zu verbreiten.

Reaktionen und rechtliche Einordnung

Die Äußerungen stoßen auf breite Kritik. Politiker verschiedener Parteien verurteilten die Aufrufe als gefährlich und unerträglich. Der SPD-Innenpolitiker Dirk Wiese forderte eine konsequente Strafverfolgung. Auch der Deutsche Journalistenverband warnte vor der zunehmenden Radikalisierung in sozialen Netzwerken. Juristen weisen darauf hin, dass die Grenze der Meinungsfreiheit hier klar überschritten sei, da konkrete Gewaltaufrufe vorlägen.

Ob es tatsächlich zu einer Anklage kommt, ist noch offen. Die Ermittlungen dauern an. Beslik selbst hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Seine Konzerte und Veröffentlichungen sind weiterhin abrufbar, doch der Druck auf Plattformen wie Spotify und Instagram wächst, die Inhalte zu prüfen.

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