Vierfache Zunahme psychiatrischer Behandlungen im NRW-Strafvollzug
Vierfache Zunahme psychiatrischer Behandlungen

Die Zahl der stationären Behandlungen von Gefangenen mit psychiatrischen Erkrankungen im nordrhein-westfälischen Strafvollzug hat sich von 2021 bis 2025 etwa vervierfacht. Das geht aus der Antwort des Justizministeriums auf eine kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor.

Waren es 2021 noch 69 Behandlungen, stieg die Zahl bis 2025 auf 288. Die häufigste psychiatrische Diagnose im Strafvollzug waren Suchterkrankungen, gefolgt von affektiven Erkrankungen wie Depressionen sowie Schizophrenien.

Hoher Anteil psychisch kranker Gefangener

Der Anteil von Gefangenen mit psychiatrischer Diagnose lag in den vergangenen fünf Jahren stets bei rund 30 Prozent von etwa 14.000 Gefangenen. Davon entfiel im Schnitt knapp 80 Prozent auf eine Suchterkrankung.

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Personalmangel und Kosten

Zum 1. Januar 2026 standen im NRW-Strafvollzug 231 Planstellen für Psychologen zur Verfügung. Knapp ein Viertel davon war den Angaben zufolge unbesetzt. Die medizinischen Kosten pro Gefangenem pro Tag lagen 2025 bei 14,37 Euro – 1,59 Euro mehr als 2021. Die medizinische Versorgung von Gefangenen erfolgt außerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung und wird aus Steuermitteln finanziert. An den Kosten für zahnprothetische Leistungen werden Gefangene im Umfang der Beteiligung vergleichbarer gesetzlich Versicherter beteiligt.

Herausforderungen für die Landesregierung

Die steigenden Behandlungszahlen spiegeln den wachsenden Bedarf an psychiatrischer Versorgung im Strafvollzug wider. Experten fordern mehr Personal und bessere Präventionsmaßnahmen. Die Landesregierung steht vor der Aufgabe, die Versorgung zu verbessern und gleichzeitig die Kosten im Rahmen zu halten.

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