Zehn Jahre Haft für falschen Sanitäter: Revision eingelegt
Zehn Jahre Haft für falschen Sanitäter - Revision

Ein 30-jähriger Mann, der sich jahrelang mit gefälschten Dokumenten als Rettungs- und Notfallsanitäter ausgegeben hat, ist vom Landgericht Kleve zu zehn Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Gericht sprach ihn am 23. Juli wegen Totschlags, versuchter gefährlicher Körperverletzung und Urkundenfälschung schuldig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der Angeklagte hat Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) eingelegt.

Ein tödlicher Einsatz in Kamp-Lintfort

Der Fall, der zu der Verurteilung führte, ereignete sich im August 2025 in Kamp-Lintfort. Bei einem Einsatz als vermeintlicher Notfallsanitäter beging der Angeklagte schwerwiegende Fehlhandlungen, die den Tod eines Patienten verursachten. Der Vorsitzende Richter sprach in der Urteilsbegründung von einer "gemeingefährlichen Hochstapelei" und einer "Art Größenwahn". Die Tat sei "haarscharf am Mord vorbei" gegangen, so der Richter weiter.

Systematisches Erschleichen von Einsätzen

Laut Urteil hatte sich der Mann mit manipulierten Dokumenten immer wieder Zugang zu Rettungseinsätzen verschafft. Über einen längeren Zeitraum hinweg war er bei zahlreichen Einsätzen tätig, obwohl ihm die erforderliche Qualifikation fehlte. Diese systematische Täuschung wurde durch die gefälschten Papiere ermöglicht, die er bei verschiedenen Rettungsdiensten vorlegte.

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Revision aus formellen und materiellen Gründen

Die Verteidigung des 30-Jährigen hat Revision eingelegt. Ein Sprecher des Landgerichts Kleve erklärte auf Anfrage, die Revision sei sowohl aus formellen als auch aus materiellen, also inhaltlichen, Gründen erfolgt. Der Bundesgerichtshof muss nun entscheiden, ob er die Revision annimmt oder verwirft. Bis dahin bleibt das Urteil vorläufig bestehen.

Hintergrund: Gefahren durch falsche Qualifikationen

Dieser Fall wirft ein Schlaglicht auf die Risiken, die von Personen ausgehen, die sich ohne entsprechende Ausbildung in medizinischen Berufen betätigen. Die Justizbehörden betonen die Notwendigkeit strengerer Kontrollen bei der Vergabe von Einsätzen im Rettungsdienst. Der Prozess in Kleve hat gezeigt, dass solche Täuschungen schwerwiegende Konsequenzen haben können.

Ausblick: Entscheidung des BGH erwartet

Der Bundesgerichtshof wird sich nun mit dem Fall befassen. Es ist unklar, wann eine Entscheidung über die Revision ergehen wird. Bis dahin bleibt der Angeklagte in Haft. Die Öffentlichkeit verfolgt den Fall mit Interesse, da er Fragen zur Sicherheit im Rettungswesen aufwirft.

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