Seit dem 1. Juli 2026 müssen Besucher des Kölner Doms zwölf Euro Eintritt zahlen. Das Domkapitel hat nun eine erste positive Bilanz gezogen: Die Einnahmen decken etwa die Hälfte der täglichen Betriebs- und Erhaltungskosten des Wahrzeichens. Die laufenden Kosten liegen nach Angaben des Domkapitels bei rund 44.000 Euro pro Tag.
Hintergrund der Eintrittsregelung
Die Einführung der Eintrittsgelder war im Vorfeld kontrovers diskutiert worden. Kritiker befürchteten einen Rückgang der Besucherzahlen und eine Kommerzialisierung des Gotteshauses. Das Domkapitel betonte jedoch, dass die Einnahmen dringend benötigt werden, um die hohen Unterhaltskosten zu stemmen. Die Stadt Köln leistet bereits erhebliche Zuschüsse, wie ein Besucher namens Baumann im WDR betonte: „Man muss ja auch sehen, was die Stadt Köln alles für den Erhalt leisten muss.“
Erste Bilanz nach einem Monat
Das Domkapitel bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass die Einnahmen in den ersten Tagen bereits die Hälfte der täglichen Kosten gedeckt haben. Wie viele Menschen im ersten Monat Eintritt zahlten, wird jedoch nicht verraten. Erst Anfang 2027 soll eine umfassende Bilanz mit Besucherzahlen, Einnahmen und einer Analyse der Besucherstruktur veröffentlicht werden. Vorher seien die Zahlen aufgrund saisonaler Schwankungen und der Einführungsphase nicht belastbar.
Reaktionen der Besucher
Die Resonanz der Besucher sei bisher überwiegend positiv, teilte das Domkapitel mit. Viele empfänden das Gotteshaus nun als ruhiger und würdiger, da der Andrang geringer sei als vor der Einführung. Die Eintrittsgelder gelten nur für touristische Besichtigungen; der Besuch von Gottesdiensten und der Zugang zu Gebetsbereichen bleiben kostenlos. Dieses Modell ähnelt dem anderer bekannter Kirchen, etwa der Sagrada Família in Barcelona, die ebenfalls Eintritt verlangt.
Kosten und Finanzierung
Die täglichen Betriebskosten von 44.000 Euro umfassen unter anderem Personal, Reinigung, Instandhaltung und Energie. Der Kölner Dom ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Deutschlands und zieht jährlich Millionen von Touristen an. Die Eintrittsgelder sollen helfen, die finanzielle Belastung zu verringern, ohne die öffentliche Hand zusätzlich zu belasten.
Ausblick und weiteres Vorgehen
Das Domkapitel plant, die Entwicklung genau zu beobachten und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. Eine endgültige Bewertung wird jedoch erst nach einem Jahr möglich sein. Bis dahin bleibt das Modell in der Erprobungsphase. Die Hoffnung ist, dass die Einnahmen langfristig einen signifikanten Beitrag zur Finanzierung des Doms leisten, ohne den Charakter des Gotteshauses zu beeinträchtigen.



