Ein russischer Soldat hat auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim vier Menschen getötet, darunter drei Zivilisten. Der Vorfall ereignete sich in der Hafenmetropole Sewastopol, wie Gouverneur Michail Raswoschajew am Dienstag im Onlinedienst Telegram mitteilte.
Tatablauf und Opfer
Der Soldat eröffnete zunächst das Feuer auf andere Soldaten und tötete dabei einen Kameraden. Anschließend erschoss er drei Zivilisten: zwei Männer im Alter von 71 und 59 Jahren sowie eine 64-jährige Frau. Ein weiterer Soldat wurde verletzt. Der Angreifer wurde nach Angaben des Gouverneurs festgenommen, nachdem er in einem nahe gelegenen Wald geflohen war.
Behörden korrigieren erste Meldung
Zunächst hatten die russischen Behörden in der Nacht fälschlich von einem „feindlichen Angriff“ gesprochen. Diese Darstellung wurde später korrigiert. Die unabhängige russische Investigativplattform „Agentstvo“ identifizierte den Schützen als den 21-jährigen Maxim A. aus der Region Saratow. Laut der Plattform war er vor seinem Militärdienst arbeitslos und wurde 2022 wegen Ladendiebstahls beschuldigt.
Hintergrund: Angriffe auf die Krim
Die Krim, die Russland 2014 annektierte, ist seit Wochen Ziel ukrainischer Angriffe. Ziel ist es, die Versorgung der russischen Streitkräfte im Süden der Ukraine zu beeinträchtigen. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, allein in der vergangenen Nacht 131 ukrainische Drohnen über russischen Regionen und der Krim abgewehrt zu haben. Diese Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar, deuten aber auf die Intensität der ukrainischen Gegenangriffe hin.



