Ein 52-jähriger Mann aus Mexiko ist nach einem Einsatz von US-Einwanderungsbeamten in Houston, Texas, gestorben. Die US-Heimatschutzbehörde (ICE) erklärte, die Beamten hätten aus Notwehr geschossen. Augenzeugen vor Ort stellen diese Darstellung jedoch infrage und berichten von einer anderen Abfolge der Ereignisse.
Was geschah am Tatort?
Der Vorfall ereignete sich am 11. Juli 2026 in einem Wohngebiet in Houston. ICE-Beamte führten eine Festnahme durch, als es zu einer Auseinandersetzung kam. Der mexikanische Staatsbürger Lorenzo Salgado Araujo wurde dabei tödlich getroffen. ICE-Sprecherin Sarah Rodriguez sagte: „Unsere Beamten sahen sich einer unmittelbaren Bedrohung ausgesetzt und handelten in Notwehr.“
Widersprüchliche Zeugenaussagen
Mehrere Augenzeugen berichten jedoch, dass Salgado Araujo unbewaffnet war und keine aggressiven Handlungen zeigte. „Er hob die Hände, als die Beamten auf ihn zukamen. Dann fielen plötzlich Schüsse“, sagte Nachbar Miguel Torres. Die Aussagen der Zeugen deuten darauf hin, dass die Gewaltanwendung möglicherweise nicht gerechtfertigt war. Laut einem Bericht des örtlichen Fernsehsenders KHOU 11 soll Salgado Araujo bei der Festnahme seiner Cousine anwesend gewesen sein.
Reaktionen und Proteste
Der Tod von Lorenzo Salgado Araujo hat in Houston Proteste ausgelöst. Demonstranten fordern eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls. Die mexikanische Botschaft in den USA kündigte an, den Fall zu verfolgen. „Wir werden sicherstellen, dass die Umstände dieses tragischen Todes vollständig aufgeklärt werden“, erklärte ein Sprecher. Die ICE-Einheit, die den Einsatz durchführte, wurde vorläufig vom Dienst suspendiert.
Hintergrund: ICE-Einsätze in Texas
Texas ist einer der Bundesstaaten mit den meisten ICE-Einsätzen. Kritiker werfen der Behörde vor, übermäßige Gewalt anzuwenden. Laut einer Statistik des US-Justizministeriums kam es 2025 zu 47 tödlichen Zwischenfällen bei Festnahmen durch ICE – ein Anstieg um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Menschenrechtsorganisationen fordern Reformen.



