Testspielabbruch wegen Rassismus: Zwei Festnahmen in Finsterwalde
Testspielabbruch wegen Rassismus: Zwei Festnahmen

Das Testspiel zwischen Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus und Regionalligist Hallescher FC in Finsterwalde (Brandenburg) ist am Sonntag beim Stand von 2:0 abgebrochen worden. Grund waren rassistische Beleidigungen gegen den dunkelhäutigen Cottbuser Spieler King Manu (22). Zwei Personen wurden vor Ort festgenommen.

Emotionen kochen nach Foul hoch

Nach einem harten Foul von HFC-Abwehrspieler Robert Berger an Justin Butler in der 102. Minute entluden sich die Emotionen direkt vor dem Fanblock des Halleschen FC. In diesem Zusammenhang fielen offenbar rassistische Aussagen gegen King Manu, darunter Affengeräusche und die Aufforderung, er solle Bananen fressen. Es kam zu einem Wortgefecht und einem kurzen Handgemenge zwischen Energie-Profis und HFC-Anhängern an der Seitenlinie. Polizei und Ordner eilten herbei und brachten die Lage schnell unter Kontrolle.

Trainer Wollitz zieht Konsequenzen

Kurz darauf winkte FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz (60) ab und verließ mit seinem Team den Platz. Anschließend verkündete der Spielveranstalter in Finsterwalde, dass die Partie nicht wieder beginnen werde. Das Spiel war eigentlich auf zweimal 60 Minuten angesetzt worden.

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Energie-Präsident Sebastian Lemke (42) erklärte: „Es gab schon in der ersten Halbzeit Beleidigungen, aber das war noch normaler Fußball-Trashtalk. Aber wenn King Manu mit Affengeräuschen belegt wird und man ruft, er solle Bananen fressen gehen. Dann ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Das gehört weder in den Sport noch in die Gesellschaft. Da muss ein Zeichen gesetzt werden.“

Verein zieht Lehren aus früherem Vorfall

Lemke betonte, dass der Verein bereits einen ähnlichen Vorfall in der 3. Liga bei 1860 München gegen Justin Butler erlebt habe. Damals habe man angeboten, das Spiel abzubrechen, doch der Drei-Stufen-Plan des DFB sei zur Anwendung gekommen. „Wenn wir selbst die Möglichkeit haben, ein Spiel zu beenden, tun wir es“, so Lemke.

Die Cottbuser Spieler konnten die Rufer identifizieren. Die Polizei führte vor Ort zwei Personen ab. Verantwortliche des Halleschen FC kündigten eine zeitnahe Mitteilung des Vereins an und distanzierten sich bereits vor Ort von den Ereignissen.

Lemke: „Armutszeugnis für unsere Gesellschaft“

Lemke zeigte sich enttäuscht: „Der ausrichtende Verein Spielvereinigung Finsterwalde hat hier über Wochen alles super vorbereitet und Idealbedingungen geschaffen. Es sind Hunderte Kinder hier. Wenn ein Spiel dann wegen Rassismus-Vorfällen abgebrochen werden muss, ist das einfach nur schade und für unsere Gesellschaft ein Armutszeugnis!“

Energie Cottbus hatte durch Tore von Hannemann (55.) und Wardak (62.) 2:0 in Front gelegen. Die Partie wurde für einen Freundschaftskick sehr intensiv, aber überwiegend fair geführt – bis zu den Rufen aus dem Halle-Block.

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