Zuzug nach Berlin bricht um 27 Prozent ein – Brandenburg profitiert
Zuzug nach Berlin bricht ein – Brandenburg profitiert

Der Zuwanderungsgewinn Berlins ist im vergangenen Jahr drastisch gesunken. Zwar zogen noch immer mehr Menschen nach Berlin als weg, doch der Netto-Zuzug belief sich nur noch auf rund 20.000 Personen. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg meldete einen Einbruch um knapp 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt standen 177.000 Zuzügen etwa 157.000 Fortzüge gegenüber – eine Halbierung des Wanderungsplus gegenüber 2024.

Deutsche verlassen die Hauptstadt in Scharen

Die Statistik zeigt eine klare Zweiteilung: Während 57.000 Deutsche nach Berlin zogen, verließen 78.000 die Stadt – daraus resultiert ein Wanderungsverlust von über 20.000 deutschen Staatsangehörigen. „Insgesamt entspricht dies einem Wanderungsverlust bei deutschen Staatsbürgern von mehr als 20.000 Personen“, erklärte ein Sprecher der Behörde. Im Gegenzug zogen 120.000 Ausländer zu, während 80.000 Ausländer die Stadt verließen. Der Zuzug von Ausländern konnte den Verlust bei Deutschen also nicht vollständig kompensieren.

Brandenburg als Hauptprofiteur

Besonders das Umland profitiert von der Abwanderung aus Berlin. Rund 31.000 Menschen zogen von Berlin nach Brandenburg, während 19.000 den umgekehrten Weg wählten. Brandenburg verzeichnete insgesamt 82.000 Zuzüge und 66.000 Fortzüge – ein Netto-Gewinn von 16.000 Menschen. Dieser Wert fiel jedoch geringer aus als im Vorjahr 2024, als der Nettogewinn noch knapp 23.000 betrug. Die Statistiker führen dies auf rückläufige Zuzüge und gestiegene Fortzüge zurück.

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Gründe für den Trend

Experten sehen mehrere Ursachen für den Rückgang: steigende Mieten, Wohnungsknappheit und veränderte Lebensstile treiben insbesondere Familien und ältere Menschen aus der Metropole. Gleichzeitig lockt Brandenburg mit günstigerem Wohnraum, mehr Grün und guter Anbindung an Berlin. Der Trend könnte sich fortsetzen, zumal die Bauaktivität in Berlin nicht mit der Nachfrage Schritt hält. Derzeit liegt die durchschnittliche Kaltmiete in Berlin bei über 12 Euro pro Quadratmeter, in Brandenburg oft unter 9 Euro.

Ausblick und Bedeutung

Für Berlins Stadtentwicklung bedeutet der Rückgang des Zuzugs eine veränderte Dynamik. Zwar wächst die Bevölkerung noch, aber langsamer. Die Zahl der Einwohner stieg 2025 nur um etwa 20.000, während es 2024 noch 27.000 waren. Brandenburg hingegen stabilisiert seine Bevölkerungsentwicklung und profitiert von der Suburbanisierung. Ob dies eine vorübergehende Normalisierung oder einen dauerhaften Trend darstellt, bleibt abzuwarten. Die nächste Erhebung im Jahr 2026 wird zeigen, ob sich der Einbruch verfestigt oder neue Faktoren den Zuzug wieder beleben.

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