Eiswagen statt Eisdiele: Rosario Piazza fährt durch den Landkreis Augsburg
Eiswagen statt Eisdiele: Rosario Piazza im Landkreis

Seit dem Frühjahr 2024 ist Rosario Piazza mit seinem Eiswagen im Landkreis Augsburg unterwegs. Statt eines festen Ladens betreibt der gebürtige Italiener ein mobiles Eiscafé, das regelmäßig verschiedene Orte ansteuert. Damit reagiert er auf den Trend, dass klassische Eisdielen in kleineren Orten immer seltener werden.

Vom Festlokal zum fahrenden Eiscafé

Der 52-jährige Piazza stammt aus Sizilien und hat in Deutschland bereits mehrere Jahre als Eismacher gearbeitet. Nachdem sein bisheriger Arbeitgeber in Friedberg schließen musste, entschied er sich für die Selbstständigkeit. Mit einem umgebauten Kleinbus, der mit einer Eistheke und einer Kühltruhe ausgestattet ist, fährt er nun durch Gemeinden wie Neusäß, Gersthofen und Stadtbergen.

Das Angebot umfasst 16 Eissorten, die täglich frisch hergestellt werden. Neben Klassikern wie Vanille, Schokolade und Erdbeere bietet er auch italienische Spezialitäten wie Pistazie, Stracciatella und Zitrone aus Sizilien. Alle Zutaten bezieht er von regionalen Bauernhöfen, um die Qualität zu sichern.

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Feste Routen und besondere Aktionen

Piazza hat feste Wochenrouten, die er auf seiner Facebook-Seite und an den Haltestellen aushängt. Zusätzlich bietet er für private Feiern und Firmenevents einen Partyservice an, bei dem er mit dem Eiswagen direkt vor Ort kommt. Im Sommer verlängert er seine Öffnungszeiten bis in die Abendstunden, um auch nach Feierabend Kunden zu erreichen.

„Die Leute freuen sich, wenn sie das Eis direkt vor der Haustür bekommen“, sagt Piazza. „Besonders Kinder sind begeistert, wenn ich mit dem Wagen komme. Das ist ein Stück italienisches Lebensgefühl im Alltag.“

Herausforderungen und Zukunftspläne

Die größte Herausforderung sei die Bürokratie, erklärt der Eismacher. Für jede Gemeinde benötigt er eine Sondergenehmigung, um mit dem Wagen parken und verkaufen zu dürfen. Zudem muss er strenge Hygienevorschriften einhalten, da das Eis täglich frisch produziert wird.

Im ersten Jahr hat Piazza rund 40.000 Kugeln verkauft, wie er stolz berichtet. Für die Zukunft plant er, seine Route auf weitere Orte im Landkreis auszuweiten und eventuell einen zweiten Wagen anzuschaffen. Auch ein saisonales Café in einem leerstehenden Ladenlokal schließt er nicht aus.

Lokale Wirtschaft und Zusammenhalt

Der Eiswagen stärkt die Nahversorgung in den Gemeinden, die oft keine eigene Eisdiele mehr haben. Bürgermeister mehrerer Orte haben Piazza bereits eingeladen, um das Angebot zu erweitern. „Das ist eine Bereicherung für unsere Dörfer“, sagt der Bürgermeister von Neusäß. „Die Menschen schätzen die persönliche Atmosphäre und die Qualität.“

Rosario Piazza hofft, dass sein Beispiel auch andere motiviert, mobile Konzepte zu entwickeln. „Man muss nicht immer ein teures Geschäft eröffnen, um gutes Eis zu verkaufen. Mit Leidenschaft und Flexibilität kann man viel erreichen.“

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