Sachsen: Neubewertung ergibt dreimal mehr Zinn in Gottesberg
Sachsen: Neubewertung ergibt dreimal mehr Zinn in Gottesberg

Das Erzgebirge rückt aufgrund des weltweit steigenden Rohstoffbedarfs wieder in den Fokus von Bergbauunternehmen. Eine Neubewertung des Freiberger Unternehmens Saxore für das Projekt Gottesberg im Westerzgebirge deutet auf ein deutlich größeres Zinnvorkommen hin als bisher angenommen.

Laut einer aktualisierten Ressourcenschätzung könnten rund 37 Millionen Tonnen Erz mit etwa 90.900 Tonnen Zinn wirtschaftlich abgebaut werden, wie Saxore-Geschäftsführer Matthias Faust der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Das sei nahezu dreimal so viel wie bisher angenommen.

Der internationale Rohstoffhunger und das Ziel der EU, bei der Versorgung mit wichtigen Rohstoffen unabhängiger zu werden, machen Lagerstätten in Deutschland wieder interessant. In Sachsen laufen laut Oberbergamt mehr als 30 Erkundungs- und Gewinnungsprojekte für Erze und Spate.

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Für ein mögliches Comeback des Erzbergbaus spielt neben Lithium auch Zinn eine wichtige Rolle. Das Metall wird in der Elektrotechnik sowie für die Produktion von Bronze und Weißblech benötigt. Im Herbst 2024 wurden Pläne für ein neues Bergwerk in Pöhla genehmigt, wo vor allem Zinn gewonnen werden soll.

Saxore treibt ebenfalls Pläne für ein Bergwerk in Tellerhäuser voran. Der Rahmenbetriebsplan liegt dem Oberbergamt zur Prüfung vor. Bei Genehmigung könnte ein Probebetrieb frühestens 2029 starten, mit einer Jahresproduktion von 500.000 Tonnen Zinn-Erz, aus dem etwa 2.500 Tonnen Zinn gewonnen werden könnten.

Für Gottesberg ist zunächst keine kurzfristige Erschließung geplant. „Unser Ziel ist nicht der kurzfristige Beginn des Bergbaus, sondern eine fundierte, mittelfristige Vorbereitung“, betonte Faust. Sollte es zu Versorgungsengpässen kommen, wolle man belastbare Daten über verfügbare Ressourcen haben.

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