Dresden – Sebastian Vogel (46, SPD), ehemaliger Staatssekretär im sächsischen Sozialministerium, ist seit Januar ehrenamtlicher Vorsitzender der sächsischen Tafeln. Vogel war im August 2023 nach einer Fördermittel-Affäre aus dem Ministerium ausgeschieden.
Pikant: Genau aus dem Haushalt seines früheren Ministeriums fließen jährlich rund 400.000 Euro an die Tafeln. Der Landesrechnungshof hatte 2023 „korruptionsgefährdete Strukturen“ beanstandet, unter anderem wegen Zahlungen an einen Verein, den Vogels Lebensgefährtin führte.
Ein formaler Verstoß liegt aktuell nicht vor, doch der Eindruck eines Interessenkonflikts drängt sich auf. Vogel kennt die Abläufe und Entscheider im Ministerium. Nach BILD-Informationen wird die Personalie auch im Sozialministerium kritisch gesehen; bis zur Hausspitze sei man „nicht glücklich“.
Das Ministerium weist den Vorwurf eines Interessenkonflikts zurück. Eine Sprecherin betonte, Fördermittel würden strikt nach Richtlinien und objektiven Kriterien von der Sächsischen Aufbaubank vergeben. Verfahren seien dokumentiert, prüfsicher und transparent.
Die Affäre von 2023 hatte die damalige CDU/SPD/Grünen-Koalition in eine Krise gestürzt. Nun steht das Ministerium unter besonderer Beobachtung, wenn es um Transparenz und Compliance bei Fördergeldern geht.



