Mehr als zwei Wochen nach dem Angriff auf eine Mitarbeiterin im Jugendamt in Finsterwalde (Elbe-Elster-Kreis) hat die Behörde ihren regulären Betrieb wieder aufgenommen. Persönliche Vorsprachen sind jedoch nur noch nach vorheriger Terminvereinbarung möglich, wie der Landkreis mitteilte. Die Sprechzeiten bleiben dienstags und donnerstags bestehen, allerdings unter strengen Sicherheitsvorkehrungen.
Wachschutz und geschlossene Haupteingänge
Sowohl in Finsterwalde als auch am Standort Bad Liebenwerda wurde ein Wachschutz installiert, um Besucher und Mitarbeiter zu schützen. Die Haupteingänge der Gebäude bleiben laut Landkreis außerhalb der Sprechzeiten geschlossen. „Unabhängig von den Sprechzeiten bleiben die Haupteingänge der Gebäude geschlossen. Zutritt erhalten ausschließlich Bürgerinnen und Bürger, die vorab einen Termin vereinbart haben“, hieß es in der offiziellen Mitteilung.
Der Landkreis prüft derzeit, ob zusätzliche bauliche und organisatorische Verbesserungen die Sicherheit in den Gebäuden weiter erhöhen können. Dies betrifft sowohl die Beschäftigten als auch die Besucherinnen und Besucher.
Hintergrund des Angriffs
Am 16. Juli war eine Mitarbeiterin des Jugendamtes während ihrer Sprechzeit in Finsterwalde von einem Besucher attackiert worden. Der Angreifer entfachte ein Feuer im Büro der Mitarbeiterin. Der Vorfall eskalierte im Rahmen eines Streits, der sich um das Thema Kindeswohl drehte. Vier Personen wurden laut Polizei mit dem Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht.
Der Tatverdächtige wurde kurz nach dem Vorfall festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft stellte Haftantrag wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes. Zu den genauen Hintergründen machten die Ermittlungsbehörden bislang keine Angaben. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) erklärte, dass es um unterschiedliche Auffassungen über eine Kindeswohlgefährdung gegangen sei.
Schrittweise Wiederaufnahme des Betriebs
Bereits wenige Tage nach dem Angriff hatte eine Außenstelle der Kreisverwaltung Elbe-Elster den Dienstbetrieb schrittweise wieder aufgenommen – ebenfalls mit Sicherheitsdienst und Terminabsprache. Diese Maßnahmen haben sich offenbar bewährt, weshalb nun auch das Jugendamt in Finsterwalde wieder öffnen konnte.
Die Sicherheitsvorkehrungen dürften vorerst bestehen bleiben, um sowohl den Schutz der Mitarbeiter als auch der Besucher zu gewährleisten. Der Landkreis betonte, dass die Sicherheit oberste Priorität habe und man die Situation kontinuierlich beobachte.



