Die Stadt Bad Wörishofen wird zum Jahr 2026 die Gebühren für Kindertageseinrichtungen anheben. Betroffen sind alle Betreuungsformen: Krippe, Kindergarten und Hort. Auch die Kosten für die Ferienbetreuung werden steigen. Das beschloss der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung.
Gebührenerhöhung im Detail
Konkret steigen die monatlichen Beiträge für die Krippenbetreuung (unter 3 Jahren) um durchschnittlich 5,5 Prozent. Für den Kindergarten (ab 3 Jahren) beträgt die Erhöhung rund 4,8 Prozent. Beim Hort (Schulkinder) liegt der Anstieg bei etwa 5,0 Prozent. Die genauen Beträge variieren je nach Buchungszeit und Einkommen der Eltern.
Ein Beispiel: Für eine reguläre Betreuung von 25 Stunden pro Woche im Kindergarten zahlen Eltern künftig 12 Euro mehr pro Monat. In der Krippe sind es bei gleicher Stundenzahl 15 Euro mehr. Im Hort fallen zusätzlich 10 Euro an. Diese Zahlen nannte die Stadtverwaltung in der Sitzungsvorlage.
Gründe für die Anpassung
Die Stadt begründet die Erhöhung mit gestiegenen Personalkosten und allgemeinen Preissteigerungen. Oberbürgermeister Stefan Welzel sagte: „Wir müssen die Tarifsteigerungen der Erzieherinnen und Erzieher refinanzieren. Die Anpassung ist notwendig, um die Qualität der Betreuung langfristig zu sichern.“
Zudem investiert die Stadt in den Ausbau der Betreuungsplätze. So entsteht derzeit ein neuer Kindergarten im Baugebiet „Am Westend“. Auch die Sanierung bestehender Einrichtungen schlägt zu Buche.
Auswirkungen auf Familien
Die Erhöhung trifft vor allem Familien mit mehreren Kindern. Ein Ehepaar mit zwei Kindern, die beide eine Kita besuchen, muss mit Mehrkosten von rund 300 Euro pro Jahr rechnen. Die Stadt weist jedoch darauf hin, dass einkommensschwache Familien weiterhin Zuschüsse erhalten können.
Der Bayerische Elternverband kritisiert die Anhebung. Landesvorsitzende Christine Böck sagte: „Die Gebühren steigen seit Jahren schneller als die Inflationsrate. Viele Familien sind am Limit.“ Sie fordert eine stärkere Beteiligung des Freistaats an den Betriebskosten.
Vergleich mit anderen Städten
Im Vergleich zu anderen bayerischen Städten liegt Bad Wörishofen mit den neuen Gebühren im Mittelfeld. Während München die höchsten Beiträge verlangt, sind sie in ländlichen Gebieten oft niedriger. Die Stadt betont, dass die Qualität der Betreuung überdurchschnittlich sei – mit einem Personalschlüssel, der über dem gesetzlichen Mindeststandard liegt.
Weitere Änderungen ab 2026
Neben den Gebühren ändert sich auch die Beitragsfreiheit: Für das letzte Kindergartenjahr vor der Einschulung bleiben die Beiträge weiterhin entfallen. Allerdings wird die Staffelung der Einkommensgrenzen angehoben. Eltern mit einem Jahreseinkommen bis 60.000 Euro zahlen künftig den Mindestsatz.
Für die Ferienbetreuung wird ein neues Modell eingeführt: Statt eines Pauschalbetrags pro Woche wird künftig nach Tagen abgerechnet. Dadurch sollen Teilzeitbuchungen attraktiver werden. Die neuen Tarife gelten ab 1. Januar 2026.
Die Stadtverwaltung wird in den kommenden Wochen Informationsschreiben an alle betroffenen Eltern verschicken. Zudem ist eine Bürgerversammlung geplant, auf der Details erläutert werden.



