Wespenplage 2025: Experten verraten, was wirklich hilft
Wespenplage 2025: Was wirklich hilft

In diesem Sommer sind Wespen und Hornissen so zahlreich wie lange nicht. Im Landkreis Augsburg und in ganz Bayern klagen viele Menschen über eine regelrechte Plage. Experten des Umweltbundesamtes und lokale Schädlingsbekämpfer bestätigen: Die Population hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. Als Hauptgrund nennen sie den warmen und trockenen Frühling, der den Insekten ideale Bedingungen für den Nestbau bot.

Warum gibt es so viele Wespen?

Die gestiegene Zahl ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Zum einen sorgte das milde Frühjahr für eine frühe Gründung neuer Völker. Zum anderen fanden die Königinnen reichlich Nahrung und geeignete Nistplätze. „Die warmen Temperaturen im Mai und Juni haben dazu geführt, dass die Völker sich extrem schnell entwickeln konnten“, erklärt Dr. Julia Schmidt, Biologin an der Universität Augsburg. Sie fügt hinzu: „Wir beobachten derzeit bis zu doppelt so viele Nester wie im Durchschnitt der letzten fünf Jahre.“

So verhalten Sie sich richtig

Bei Begegnungen mit Wespen ist Ruhe das oberste Gebot. Hektische Bewegungen und Pusten machen die Tiere aggressiv. Stattdessen sollte man langsam weggehen und Essen abdecken. „Wer ruhig bleibt und keine süßen Getränke offen stehen lässt, hat in den meisten Fällen keine Probleme“, rät der Schädlingsbekämpfer Markus Weber aus Friedberg. Er betont: „Nur etwa ein Prozent der Wespen ist wirklich aggressiv.“

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Hornissen sind nützlich

Obwohl Hornissen wegen ihrer Größe oft Angst auslösen, sind sie erstaunlich friedlich. Sie ernähren sich hauptsächlich von anderen Insekten und sind daher wichtige Helfer im Garten. „Hornissen sind nicht angriffslustig und stechen nur in äußerster Not“, sagt Dr. Schmidt. Wer ein Hornissennest im Garten findet, sollte es deshalb nicht entfernen, sondern den Naturschutzbund kontaktieren. Hornissen stehen unter besonderem Schutz.

Nestentfernung nur vom Profi

Wenn ein Nest an einer ungünstigen Stelle ist, sollte man professionelle Hilfe holen. Das Entfernen erfordert Fachwissen und spezielle Ausrüstung. Die Kosten übernimmt in manchen Fällen die Gemeinde, wenn eine Gefahr für die Allgemeinheit besteht. Weber empfiehlt, vorher bei der örtlichen Behörde nachzufragen. Er warnt: „Selbstgemachte Lösungen sind gefährlich und führen oft zu Stichen.“

Das hilft gegen Wespen am Esstisch

Um Wespen beim Essen im Freien fernzuhalten, gibt es einfache Mittel: Man kann eine Schale mit reifen Trauben oder etwas Fleisch abseits vom Tisch platzieren. Die Wespen werden davon angezogen und lassen die Menschen in Ruhe. Auch ätherische Öle wie Nelkenöl oder Lavendel sollen abschreckend wirken. Allerdings ist die Wirkung wissenschaftlich nicht eindeutig belegt.

Was tun bei einem Stich?

Für Allergiker kann ein Wespenstich lebensbedrohlich sein. Sie sollten immer ein Notfallset dabei haben. Für andere ist ein Stich meist harmlos. Kühlen hilft gegen Schwellung und Juckreiz. Bei einem Stich im Mund- oder Rachenraum sollte sofort ein Notarzt gerufen werden. Die Zahl der Wespenstiche ist in diesem Jahr laut Statistik um 30 Prozent gestiegen.

Wann fliegen die Wespen wieder weg?

Die Plage wird voraussichtlich bis in den Herbst andauern. Im August ist die Population am größten, danach sterben die Arbeiterinnen nach und nach. Die jungen Königinnen suchen sich einen geschützten Platz zum Überwintern. „Ab Oktober wird es deutlich ruhiger“, prognostiziert Weber. Bis dahin heißt es: Ruhe bewahren und die Tiere respektieren.

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