Die Marktgemeinde Dirlewang investiert 4,5 Millionen Euro in ein neues Ärztehaus mit integrierter Apotheke. Das Projekt, das in der Ortsmitte entstehen soll, ist ein zentraler Baustein zur Sicherung der medizinischen Grundversorgung in der Region. Die Planungen sehen vor, dass sowohl Hausärzte als auch Fachärzte und eine Apotheke unter einem Dach arbeiten, um die Wege für Patienten kurz zu halten.
Bedarfsanalyse und Standortentscheidung
Bereits seit Längerem war bekannt, dass in Dirlewang und den umliegenden Ortsteilen ein erhöhter Bedarf an ärztlicher Versorgung besteht. Die Gemeinde reagiert damit auf den demografischen Wandel und den absehbaren Ruhestand mehrerer praktizierender Ärzte. Nach einer umfassenden Bedarfsanalyse fiel die Entscheidung auf einen zentralen Standort in der Ortsmitte, der gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist und ausreichend Parkplätze bietet.
Bürgermeister Stefan Reiter betont die Bedeutung des Projekts: „Mit dem Ärztehaus schaffen wir eine zeitgemäße Infrastruktur, die nicht nur die medizinische Versorgung sichert, sondern auch die Attraktivität unseres Ortes als Wohn- und Arbeitsort erhöht.“ Die Gemeinde rechnet mit einer Bauzeit von etwa zwei Jahren, sodass das Ärztehaus voraussichtlich im Jahr 2026 eröffnet werden kann.
Moderne Ausstattung und Praxisräume
Das neue Gebäude wird auf einer Fläche von rund 1.200 Quadratmetern errichtet und bietet Platz für mehrere Praxen. Geplant sind unter anderem zwei Hausarztpraxen, eine Zahnarztpraxis sowie eine physiotherapeutische Praxis. Die Räumlichkeiten werden barrierefrei gestaltet und nach modernsten energetischen Standards gebaut. Zudem ist eine Photovoltaikanlage auf dem Dach vorgesehen, um die Betriebskosten langfristig zu senken.
Die Apotheke wird im Erdgeschoss angesiedelt, um eine schnelle Versorgung mit Medikamenten direkt nach dem Arztbesuch zu ermöglichen. „Die Kombination aus ärztlicher Versorgung und Apotheke ist ein entscheidender Vorteil für unsere Bürger“, so Reiter weiter. „Gerade für ältere Menschen oder Familien mit Kindern wird der Alltag dadurch deutlich erleichtert.“
Finanzierung und Fördermittel
Die Gesamtkosten von 4,5 Millionen Euro werden zum Teil durch Fördermittel des Freistaats Bayern getragen. Die Gemeinde erhält einen Zuschuss aus dem Programm zur Stärkung des ländlichen Raums, der sich auf rund 1,2 Millionen Euro beläuft. Den Restbetrag finanziert die Gemeinde über Eigenmittel und Kredite. Die laufenden Mieteinnahmen der Praxen und der Apotheke sollen die Betriebskosten decken und langfristig zur Entlastung des Gemeindehaushalts beitragen.
Die Planungen sehen außerdem vor, dass im Obergeschoss zusätzliche Räume für Gesundheitskurse oder Selbsthilfegruppen entstehen. Damit soll das Ärztehaus zu einem zentralen Anlaufpunkt für Gesundheitsfragen in der gesamten Region werden. Die Gemeinde arbeitet dabei eng mit den niedergelassenen Ärzten und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns zusammen.
Positive Resonanz aus der Bevölkerung
Die Ankündigung des Projekts ist in der Bevölkerung auf große Zustimmung gestoßen. Bereits jetzt gibt es eine Liste von Interessenten, die eine Praxis im neuen Ärztehaus eröffnen möchten. Die Gemeinde führt derzeit Gespräche mit potenziellen Mietern, um die Auslastung von Beginn an zu sichern. „Wir sind zuversichtlich, dass wir alle Räumlichkeiten schnell vermieten können“, erklärt Reiter.
Das Ärztehaus ist Teil einer Reihe von Investitionen, die die Gemeinde in den kommenden Jahren plant. Dazu gehören auch der Ausbau der Kinderbetreuung und die Sanierung der örtlichen Grundschule. Insgesamt investiert Dirlewang damit in die Zukunftsfähigkeit des Ortes und stärkt die Lebensqualität für alle Generationen.
Ausblick und nächste Schritte
Die nächsten Schritte umfassen die Detailplanung und die Ausschreibung der Bauleistungen. Im Frühjahr 2024 soll der Bauantrag eingereicht werden, der Baubeginn ist für Herbst 2024 vorgesehen. Die Gemeinde informiert regelmäßig auf ihrer Website und in öffentlichen Veranstaltungen über den Fortschritt des Projekts.
Mit dem Ärztehaus setzt Dirlewang ein klares Zeichen für den ländlichen Raum: Die medizinische Versorgung bleibt wohnortnah erhalten, und moderne Arbeitsplätze im Gesundheitswesen werden geschaffen. Das Projekt könnte als Vorbild für andere Gemeinden in der Region dienen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.



