Rente mit 63: Immer mehr Rentner arbeiten weiter
Rente mit 63: Mehr Rentner arbeiten weiter

Die Zahl der erwerbstätigen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland steigt weiter an. Laut Mikrozensus des Statistischen Bundesamts arbeitete im Jahr 2025 jede siebte Person (14 Prozent) im Alter zwischen 65 und 74 Jahren neben ihrer Altersrente – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als es 13 Prozent waren. Besonders hoch ist die Erwerbsquote direkt nach dem Renteneintritt: Bei den 65- und 66-Jährigen lag sie bei 19 Prozent, während sie bei den 73- und 74-Jährigen nur noch acht Prozent betrug.

Selbstständige arbeiten länger und mehr

Ein gutes Viertel (27 Prozent) der arbeitenden Rentner war selbstständig tätig. Diese Gruppe arbeitete deutlich häufiger in Vollzeit: 28 Prozent der selbstständigen Rentner gaben an, mehr als 40 Stunden pro Woche zu arbeiten, während dies nur bei acht Prozent der abhängig Beschäftigten der Fall war. Bei den abhängig Beschäftigten waren zwei Drittel (65 Prozent) geringfügig beschäftigt – mit maximal 70 Arbeitstagen im Jahr und einem monatlichen Einkommen von damals höchstens 556 Euro.

Bildungsgrad beeinflusst Erwerbstätigkeit

Die Neigung, im Rentenalter weiterzuarbeiten, hängt auch vom Bildungsniveau ab: Personen mit hohem Bildungsabschluss sind mit 18 Prozent häufiger erwerbstätig als solche mit mittlerem (12 Prozent) oder niedrigem Bildungsniveau (10 Prozent). Eine Befragung aus dem Jahr 2023 zeigt, dass 33 Prozent der arbeitenden Rentner finanzielle Motive anführten, aber auch Freude an der Arbeit und der Wunsch nach sozialer Integration spielten eine wichtige Rolle.

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Arbeitgeber kritisieren Debatte um „Rente mit 63“

Vor dem Hintergrund der geplanten Rentenreform sorgt die Diskussion um die abschlagsfreie Frührente für erheblichen Streit. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) reagierte mit scharfer Kritik auf den Widerstand einiger Ministerpräsidenten gegen die Abschaffung der sogenannten „Rente mit 63“. BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter sagte der „Bild“-Zeitung: „Dass zentrale Elemente des Rentenpakets schon wieder infrage gestellt werden, bevor sie überhaupt umgesetzt sind, macht mich fassungslos. So verspielt man die vielleicht letzte Chance, die Rente demografiefest zu machen.“

Kampeter betonte: „Wer gleichzeitig an der ‚Rente ab 63‘ festhält, ignoriert den Fachkräftemangel, den demografischen Wandel und die wirtschaftliche Lage.“ Eine zukunftsfeste Rente brauche „mehr Beschäftigung, mehr Beitragszahler und eine solide Finanzierung – nicht immer neue Versprechen auf Kosten der jüngeren Generation“.

Streitpunkt: Abschlagsfreie Frührente nach 45 Beitragsjahren

Die geplante Rentenreform sieht vor, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren abzuschaffen – bisher ist der Eintritt mit 64,5 Jahren möglich, wird aber weiterhin als „Rente mit 63“ bezeichnet. Eine Rentenkommission hatte dazu ein Konzept mit 33 Einzelmaßnahmen vorgelegt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) unterstützen die Umsetzung des Gesamtpakets. Doch insbesondere die fünf ostdeutschen Ministerpräsidenten von CDU und SPD laufen Sturm, unterstützt von den SPD-Regierungschefs des Saarlands und Bremens.

Die Ost-Regierungschefs argumentieren, dass in ihren Ländern besonders viele Menschen lange Beitragszeiten vorweisen können und daher ein Anspruch auf die abschlagsfreie Frührente besteht. Allerdings schrumpfen die Unterschiede zwischen Ost und West bei den Beitragsjahren zunehmend, wie eine Analyse zeigt. Die Debatte dürfte sich in den kommenden Wochen weiter zuspitzen, da einige der Ministerpräsidenten vor Landtagswahlen stehen.

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