Bayern trocknet weiter aus: Grundwassermessungen alarmieren
Bayern trocknet weiter aus: Grundwasser sinkt

Die Grundwasserstände in Bayern sinken seit zwei Jahrzehnten kontinuierlich. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) hervor, die der Augsburger Allgemeinen vorliegt. Besonders dramatisch ist die Lage in Unterfranken, wo die Messwerte an vielen Stellen deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt liegen.

Messdaten zeigen klaren Trend

Die Auswertung umfasst Daten von rund 1.500 Messstellen im gesamten Freistaat. Demnach ist der Grundwasserstand in den vergangenen 20 Jahren im Mittel um etwa 30 Zentimeter gesunken. In einigen Regionen, insbesondere in Nordbayern, sind sogar Rückgänge von mehr als einem Meter zu verzeichnen.

„Die langfristige Entwicklung ist eindeutig: Die Grundwasserneubildung nimmt ab, während der Wasserbedarf steigt“, sagt ein Sprecher des LfU. Ursachen seien vor allem die zunehmenden Trockenperioden infolge des Klimawandels sowie der gestiegene Wasserverbrauch in Landwirtschaft, Industrie und Privathaushalten.

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Besonders betroffen: Unterfranken und Mittelfranken

Besonders betroffen sind die Regierungsbezirke Unterfranken und Mittelfranken. Hier liegen die Grundwasserstände an vielen Messstellen seit Jahren unter dem Durchschnitt. In manchen Brunnen, die der öffentlichen Wasserversorgung dienen, mussten bereits Notfallmaßnahmen ergriffen werden, um die Versorgung sicherzustellen.

Die Kommunen reagieren bereits: In mehreren Landkreisen gibt es mittlerweile Einschränkungen für die Entnahme von Wasser aus Brunnen oder Flüssen. Auch die Landwirtschaft muss sich auf strengere Auflagen einstellen, etwa bei der Beregnung von Feldern.

Klimawandel verschärft die Lage

Experten sehen einen direkten Zusammenhang mit dem Klimawandel. Die Sommer werden heißer und trockener, die Winter bringen weniger Schnee, der im Frühjahr für die Grundwasserneubildung sorgt. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass Wasser in Bayern künftig knapper wird“, warnt ein Hydrologe der Universität München.

Das LfU fordert daher ein Umdenken: Wasser müsse effizienter genutzt werden, etwa durch moderne Bewässerungstechniken in der Landwirtschaft und durch die Förderung von Wasserspeichern. Auch die Wiedervernässung von Mooren könne helfen, das Grundwasser zu schützen.

Politik reagiert mit Maßnahmen

Die bayerische Staatsregierung hat bereits reagiert. So wurde ein „Masterplan Wasser“ aufgelegt, der unter anderem den Bau neuer Speicherseen und die Sanierung von Leitungssystemen vorsieht. Zudem sollen Anreize geschaffen werden, um den Wasserverbrauch zu senken.

Doch die Maßnahmen greifen nach Ansicht von Kritikern zu langsam. „Es braucht ein konsequenteres Handeln, sonst drohen in einigen Regionen Engpässe“, sagt ein Sprecher des Bund Naturschutz in Bayern. Die Daten des LfU seien ein Weckruf, der ernst genommen werden müsse.

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