Meitingen: Kiesabbau genehmigt, aber kein Badeweiher
Meitingen: Kiesabbau genehmigt, kein Badeweiher

Der Gemeinderat von Meitingen hat in seiner jüngsten Sitzung den Weg für den Kiesabbau in einem neuen Abbaugebiet freigemacht. Allerdings stellte das Gremium klar: Nach der Auskiesung soll an dieser Stelle kein Badeweiher entstehen. Stattdessen ist eine Renaturierung der Fläche vorgesehen.

Entscheidung nach kontroverser Diskussion

Die Entscheidung fiel nach einer kontroversen Debatte, in der sowohl Befürworter als auch Gegner des Vorhabens zu Wort kamen. Der Antrag auf Kiesabbau war von einem ortsansässigen Unternehmen eingereicht worden, das die Rohstoffe für Bauprojekte in der Region benötigt.

Bürgermeister und Verwaltung hatten zuvor empfohlen, dem Antrag zuzustimmen, jedoch mit der Auflage, dass nach dem Abbau keine dauerhafte Wasserfläche entstehen darf. Diese Auflage wurde nun vom Gemeinderat übernommen.

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Hintergrund: Kiesabbau in der Region

Meitingen liegt im Landkreis Augsburg, wo Kies und Sand wichtige Rohstoffe für die Bauindustrie sind. Mehrere Abbaugebiete existieren bereits in der Umgebung, einige wurden in den letzten Jahren renaturiert und zu Naherholungsgebieten umgestaltet.

Der neue Abbau soll auf einer Fläche von rund 15 Hektar erfolgen. Die Abbaugenehmigung ist zunächst auf zehn Jahre befristet, eine Verlängerung ist möglich.

Bürgerinitiative fordert Badeweiher

Eine Bürgerinitiative hatte sich zuvor für die Schaffung eines Badeweihers nach dem Kiesabbau eingesetzt. Sie argumentierte, dass die Gemeinde dringend zusätzliche Freizeitmöglichkeiten benötige, insbesondere in den Sommermonaten. Die Initiative sammelte mehrere hundert Unterschriften für ihr Anliegen.

Der Gemeinderat lehnte diesen Vorschlag jedoch mehrheitlich ab. Als Gründe wurden unter anderem Sicherheitsbedenken, mögliche Verschmutzung des Grundwassers und hohe Unterhaltskosten genannt. Zudem wolle man die Fläche der Natur zurückgeben und Lebensräume für Tiere und Pflanzen schaffen.

Renaturierung als Kompromiss

Statt eines Badeweihers soll die Fläche nach dem Kiesabbau zu einem naturnahen Areal entwickelt werden. Geplant sind unter anderem die Anlage von Flachwasserzonen, die Pflanzung von Ufergehölzen und die Schaffung von Trockenstandorten für seltene Arten.

Die Kosten für die Renaturierung trägt der Antragsteller. Die Gemeinde wird die Maßnahmen im Rahmen der naturschutzrechtlichen Auflagen überwachen. Ein Monitoring über einen Zeitraum von fünf Jahren ist vorgesehen.

Reaktionen aus der Politik

Der Fraktionsvorsitzende der SPD im Gemeinderat, Hans-Jürgen Kratzer, begrüßte die Entscheidung: „Wir haben einen guten Kompromiss gefunden, der die wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens mit den ökologischen Anforderungen in Einklang bringt. Ein Badeweiher wäre eine Belastung für die Natur und die Gemeinde gewesen.“

Die CSU-Fraktion zeigte sich ebenfalls zufrieden. „Die Renaturierung sichert langfristig die Qualität des Landschaftsbildes und bietet gleichzeitig Lebensraum für viele Arten“, erklärte Fraktionssprecherin Maria Schmid.

Kritik von Umweltschützern

Der Bund Naturschutz (BN) kritisierte die Entscheidung hingegen als „nicht weitreichend genug“. Die Ausweisung neuer Abbauflächen stehe im Widerspruch zu den Zielen des Klimaschutzes und des Flächenverbrauchs in Bayern. Der BN forderte, dass der Kiesabbau in der Region insgesamt reduziert werden müsse.

„Jede weitere Abgrabung verschärft den Flächenverbrauch und zerstört wertvolle Böden“, sagte BN-Kreisvorsitzender Walter Ebert. „Wir hätten uns gewünscht, dass der Gemeinderat das Signal setzt, dass Meitingen seinen Teil zur Reduzierung des Flächenverbrauchs beiträgt.“

Weiteres Vorgehen

Der Beschluss des Gemeinderats ist noch nicht rechtskräftig. Das Landratsamt Augsburg muss die Genehmigung final erteilen. Dabei werden auch die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange berücksichtigt. Anwohner können Einwendungen erheben.

Mit einem Beginn der Abbauarbeiten ist frühestens im nächsten Jahr zu rechnen. Zuvor müssen noch archäologische Untersuchungen auf der Fläche durchgeführt werden, da in der Region immer wieder Funde aus der Römerzeit gemacht werden.

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