Nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist der Juli 2026 der trockenste Monat seit Beginn der Messhistorie in Hessen. „In der Landesmitte nahm die Trockenheit im vergangenen Juli historische Ausmaße an“, teilte der DWD in Offenbach mit. Lediglich rund 14 Liter Niederschlag pro Quadratmeter wurden verzeichnet – ein Rekordwert.
Rekordtrockenheit in Hessen
Zum Vergleich: In der Referenzperiode von 1961 bis 1990 lag der durchschnittliche Niederschlag im Juli bei 16,6 Litern pro Quadratmeter. Damit war Hessen im bundesweiten Länderranking der trockenste Region. Die geringe Niederschlagsmenge von 14 Litern bedeutet ein Defizit von mehr als 15 Prozent im Vergleich zum langjährigen Mittel.
Die Trockenheit betraf weite Teile des Bundeslandes. Besonders betroffen waren die Landkreise in der Mitte Hessens, wo die Niederschläge stellenweise sogar unter zehn Litern lagen. Landwirte klagen über Ernteausfälle, und die Waldbrandgefahr stieg im Laufe des Monats auf die höchste Warnstufe.
Sonnenscheinrekord und Temperaturen
Neben der Trockenheit zeichnete sich der Juli durch außergewöhnlich viel Sonnenschein aus. Die Sonne schien rund 283 Stunden – der langjährige Mittelwert von 204 Stunden wurde um knapp 40 Prozent übertroffen. Die Mitteltemperatur lag bei 20,2 Grad Celsius, während sie in der Referenzperiode 1961 bis 1990 bei 16,9 Grad lag. Damit war der Juli 2026 nicht nur der trockenste, sondern auch einer der sonnigsten und wärmsten Juli seit Aufzeichnungsbeginn.
„Die Kombination aus extremer Trockenheit, viel Sonne und überdurchschnittlichen Temperaturen ist ungewöhnlich“, so ein DWD-Sprecher. „Solche Wetterlagen treten statistisch nur alle paar Jahrzehnte auf.“
Auswirkungen der Trockenheit
Die Folgen der Trockenheit sind in der hessischen Umwelt bereits sichtbar. Flüsse und Bäche führen wenig Wasser, die Grundwasserpegel sinken. Die Landwirtschaft leidet unter dem Wassermangel, insbesondere Mais und Weizen sind betroffen. In mehreren Landkreisen wurden bereits Bewässerungsverbote verhängt.
Auch die Waldbrandgefahr ist hoch. Die Feuerwehren mussten in den letzten Julitagen zu zahlreichen Bränden ausrücken, die durch die Trockenheit begünstigt wurden. Glücklicherweise konnten größere Flächenbrände durch schnelles Eingreifen verhindert werden.
Der DWD erwartet für den August zunächst keine Entspannung. Die langfristigen Prognosen deuten auf weiterhin überdurchschnittliche Temperaturen und unterdurchschnittliche Niederschläge hin. „Wir beobachten die Entwicklung genau“, so der Wetterdienst.



