Eichenprozessionsspinner-Plage in Bremen und Niedersachsen: So schützt man sich
Eichenprozessionsspinner-Plage in Bremen und Niedersachsen

In Parks, an Straßenbäumen und auf Spielplätzen in Bremen und Niedersachsen breitet sich der Eichenprozessionsspinner massiv aus. Die Raupen des Nachtfalters können beim Menschen schwere allergische Reaktionen hervorrufen. Das niedersächsische Gesundheitsministerium warnt vor den Tieren, die sich aufgrund des Klimawandels und milder Winter rasant vermehren.

Massiver Anstieg der Fälle in Bremen

Allein in Bremen sind seit Beginn der Saison mehr als 5.800 Fälle bekannt, wie das Umweltressort mitteilte. Dies sei ein deutlicher Anstieg, im gesamten Vorjahr waren es rund 900 Fälle. In Niedersachsen tritt der Eichenprozessionsspinner vermehrt im Wendland, im Emsland und in der Lüneburger Heide auf. „Seit mehreren Jahren sind in Nordwestdeutschland immer wieder Massenvermehrungen aufgetreten“, teilte das niedersächsische Gesundheitsministerium mit.

Gefahr durch Brennhaare

Die erwachsenen Falter sind harmlos, aber die Raupen sind mit mikroskopisch kleinen Brennhaaren bedeckt, die das Eiweiß Thaumetopoein enthalten. Dieses kann beim Menschen starke allergische Reaktionen auslösen. Die Härchen lösen sich leicht und verbreiten sich mit dem Wind – ein direkter Kontakt ist nicht nötig. Selbst abgestorbene Brennhaare bleiben monatelang in Nestern aktiv. Typische Symptome sind Hautreizungen, Augenreizungen, Atemwegsbeschwerden und in seltenen Fällen ein anaphylaktischer Schock.

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Besonders gefährdete Gruppen

Kinder, Allergiker und Asthmatiker sind besonders gefährdet. Auch Forstarbeiter, Gärtner und Kommunalmitarbeiter sollten vorsichtig sein. Grundsätzlich sollte jeder den Kontakt mit den Raupen vermeiden.

Verhalten bei Kontakt

Wer ein Nest entdeckt, sollte mindestens zwei Meter Abstand halten und die zuständige Behörde informieren. Nester dürfen nur von Fachleuten mit Schutzausrüstung entfernt werden. Bei versehentlichem Kontakt sollte man sich sofort umziehen, die Kleidung bei mindestens 60 Grad waschen und betroffene Hautstellen gründlich mit Wasser abspülen. Bei starken Beschwerden ist ein Arzt aufzusuchen.

Bekämpfung der Plage

Nester an Straßenbäumen, in öffentlichen Grünanlagen und auf Grundstücken öffentlicher Einrichtungen werden von Spezialisten entfernt. „Vorrangig behandelt werden Befälle an Orten mit hoher öffentlicher Nutzung, wie Kitas, Schulen, Spielplätze und Parks, um die Bevölkerung bestmöglich zu schützen“, so das Bremer Umweltressort. Die Kosten pro Baum liegen bei etwa 500 Euro. Im eigenen Garten sollten Fachfirmen beauftragt werden. Im Wald werden Nester in der Regel nicht entfernt; stattdessen werden Wanderwege gesperrt und Warnschilder aufgestellt.

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