Die anhaltende Trockenheit in Europa zwingt die Länder zu drastischen Maßnahmen: Rumänien sprengte einen Felsen in der Donau, Ungarn rief seine Bürger zum Stromsparen auf, und in Deutschland sorgt der niedrige Rheinpegel für Alarm beim Verkehrsminister. Die Flüsse führen so wenig Wasser wie selten zuvor – mit weitreichenden Folgen für Energieversorgung, Schifffahrt und sogar Archäologie.
Rumänien: Sprengung sichert Kühlwasser für Kraftwerk
In Rumänien griff die Marine zu einer ungewöhnlichen Methode, um die niedrigen Wasserstände der Donau zu verbessern. Durch die Sprengung eines Felsens soll das Wasser besser in einen Kanal fließen, um die Kühlung eines Kraftwerks weiter zu gewährleisten. Die Explosion war Teil einer Notfallaktion, um die Stromproduktion aufrechtzuerhalten.
Die Donau, einer der wichtigsten Ströme Europas, führt vielerorts Rekordtiefstände. Für Rumänien war die Sprengung offenbar die letzte Option, um eine Abschaltung des Kraftwerks zu verhindern. Ähnliche Probleme meldet auch Ungarn: Dort stand ein Atomkraftwerk, das rund ein Drittel des ungarischen Stroms liefert, kurz vor der Abschaltung, weil das Kühlwasser knapp wurde.
Ungarn: Ministerpräsident ruft zum Stromsparen auf
Der ungarische Ministerpräsident reagierte mit einem dringenden Appell an die Bevölkerung, Strom zu sparen. Ohne die Maßnahmen hätte das AKW vom Netz gehen müssen, was zu massiven Versorgungsengpässen geführt hätte. Die Hitze und Trockenheit setzen der Energieinfrastruktur in ganz Europa zu.
Während Ungarn auf Sparappelle setzt, offenbart die Dürre in Kroatien ungewöhnliche Funde: In der Drau, einem Nebenfluss der Donau, sind Schiffswracks zum Vorschein gekommen, die seit Jahrzehnten nicht mehr sichtbar waren. Ein Anwohner zeigte sich erstaunt: „Der Pegel der Drau war noch nie so niedrig. Man hat diese Schiffswracks noch nie gesehen. Aber ich kann sagen, dass das toll aussieht, wie die Bahamas – Sand, Strand. Also bin ich damit zufrieden.“
Bulgarien: Mammutknochen in der Donau entdeckt
Auch die Donau in Bulgarien gab Historisches preis: Ein Unterkiefer, zwei Stoßzähne und die Rippe eines Mammuts wurden entdeckt. Die Überreste des eiszeitlichen Tieres lagen vermutlich seit Jahrtausenden im Flussbett und wurden nun durch den niedrigen Wasserstand freigelegt. Archäologen sprechen von einem Glücksfall für die Forschung.
Deutschland: Rhein erreicht Negativrekord in Köln
In Deutschland sorgte der Rhein für einen Negativrekord: Mit 67 Zentimetern wurde am Samstag der bisher niedrigste Pegel in Köln gemessen – und die Tendenz ist weiter sinkend. Das hat vor allem Auswirkungen auf den Frachtverkehr: Die Schiffe können teilweise nur ein Viertel der sonst üblichen Ladung aufnehmen, was die Transportkosten in die Höhe treibt und Lieferketten belastet.
Der neue Verkehrsminister Steffen Bilger zeigte sich besorgt: „Die Wasserstraße ist sehr wichtig für den Transport ganz entscheidender Güter. Wir sind es gewohnt, dass es immer mal wieder zu Niedrigwassersituationen kommt. Aber jetzt ist schon ein sehr früher Zeitpunkt für eine solche Problematik, wie wir sie jetzt erleben.“
Minister kündigt Fachkonferenz an
Bilger will mit einer kurzfristigen Fachkonferenz reagieren, um Lösungen zu erarbeiten. Er betonte: „Also wir können viel machen, wenn beispielsweise die Fahrerinnen besser ausgebaut werden. Aber wir werden insgesamt in den kommenden Jahren, Jahrzehnten an vielen Stellen herausgefordert sein durch die Klimaveränderung.“
Von Sprengungen wie in Rumänien ist in Deutschland bisher keine Rede. Stattdessen setzt man auf technische Verbesserungen und Anpassungsstrategien. Doch der Klimawandel macht Niedrigwasser zu einem wiederkehrenden Problem, das die Länder Europas künftig stärker beschäftigen wird.



