Flutpolder Niederschönenfeld: Bürger fordern Alternativen
Flutpolder: Bürger fordern Alternativen

In Niederschönenfeld regt sich massiver Widerstand gegen den geplanten Flutpolder an der Donau. Der Gemeinderat und viele Bürger fordern alternative Lösungen für den Hochwasserschutz. Sie befürchten massive Eingriffe in die Landschaft und mögliche Schäden für die Landwirtschaft.

Gemeinderat positioniert sich gegen Flutpolder

Der Gemeinderat von Niederschönenfeld hat sich in einer Sitzung deutlich gegen den geplanten Flutpolder ausgesprochen. Stattdessen sollen andere Maßnahmen geprüft werden, um die Region vor Hochwasser zu schützen. Bürgermeister Peter Muth erklärte: „Wir wollen keinen Flutpolder, der unsere Felder und Wälder überflutet. Es gibt bessere und nachhaltigere Lösungen.“

Die Kritik richtet sich vor allem gegen die geplante Lage des Polders. Dieser soll zwischen Donau und Lech entstehen und bei Hochwasser geflutet werden. Die Bürger befürchten, dass dadurch wertvolles Ackerland verloren geht und das Grundwasser steigt. Auch die Tier- und Pflanzenwelt könnte Schaden nehmen.

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Bürgerinitiative sammelt Unterschriften

Eine Bürgerinitiative hat bereits über 1.000 Unterschriften gesammelt, um gegen den Polder zu protestieren. Sie fordert eine umfassende Prüfung von Alternativen wie Deicherhöhungen, Rückhaltebecken und naturnahen Überschwemmungsflächen. „Wir sind nicht gegen Hochwasserschutz, aber wir wollen, dass er vernünftig und mit Augenmaß umgesetzt wird“, sagte eine Sprecherin der Initiative.

Die Landwirte in der Region sehen ihre Existenz bedroht. Bei einer Flutung würden ihre Flächen unbrauchbar und Ernten vernichtet. Zudem wäre der Polder nur bei extremen Hochwasserereignissen nutzbar, die statistisch alle 100 Jahre vorkommen. „Das Risiko ist zu groß, der Nutzen zu gering“, so ein betroffener Landwirt.

Landratsamt verweist auf Notwendigkeit

Das Landratsamt Donau-Ries verteidigt den Polder als notwendigen Baustein im Hochwasserschutzkonzept. Man habe die Bedenken der Bürger aufgenommen und werde sie in die Planung einbeziehen. Eine Sprecherin sagte: „Wir verstehen die Sorgen, aber ohne den Polder können wir den Schutz der Anwohner nicht gewährleisten.“

Die Behörde verweist auf die Hochwasserereignisse der letzten Jahre, die gezeigt hätten, dass die Region verwundbar sei. Der Polder sei Teil eines Gesamtkonzepts, das auch Deichsanierungen und andere Maßnahmen umfasse. Man werde die Bürger in den weiteren Planungsprozess einbinden und Alternativen prüfen.

Proteste auch bei Informationsveranstaltung

Bei einer Informationsveranstaltung des Wasserwirtschaftsamts in Niederschönenfeld kam es zu heftigen Diskussionen. Rund 200 Bürger nutzten die Gelegenheit, ihre Kritik direkt an die Verantwortlichen zu richten. Viele forderten eine transparente Kommunikation und mehr Beteiligung. Die Veranstalter versprachen, die Anregungen zu sammeln und in die weiteren Planungen einfließen zu lassen.

Der Flutpolder Niederschönenfeld ist Teil des bayerischen Hochwasserschutzprogramms. Er soll im Ernstfall bis zu 10 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen. Die Kosten werden auf rund 50 Millionen Euro geschätzt. Die Fertigstellung ist für 2030 geplant.

Bürger fordern Bürgerentscheid

Die Bürgerinitiative fordert nun einen Bürgerentscheid über den Polder. Sie hoffen, dass die Gemeinde damit ein klares Signal an die Landesregierung senden kann. „Die Bürger müssen selbst entscheiden können, was mit ihrer Heimat passiert“, so die Sprecherin. Der Gemeinderat unterstützt diese Forderung mehrheitlich.

Ob es zu einem Bürgerentscheid kommt, ist noch offen. Die rechtlichen Hürden sind hoch, und die Gemeinde muss die Kosten übernehmen. Dennoch wächst der Druck auf die Politik, die Pläne zu überdenken. Die Landesregierung hat bisher keine Bereitschaft signalisiert, auf den Polder zu verzichten.

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