Gedenkort Bücherverbrennung: Studierende sollen übernehmen
Gedenkort Bücherverbrennung: Studierende übernehmen

Seit sechs Jahren gibt es in Potsdam den Plan, einen städtischen Gedenkort für die Bücherverbrennung von 1933 zu errichten. Nun zeichnet sich eine überraschende Entwicklung ab: Die Gestaltung des Standorts könnte künftig in den Händen von Studierenden liegen. Diese Möglichkeit eröffnete sich laut Tobias Büloff, wissenschaftlicher Mitarbeiter für Erinnerungskultur der Stadt Potsdam, im jüngsten Kulturausschuss. „Es hat sich eine Tür in Richtung Universität Potsdam geöffnet“, erklärte Büloff.

Hintergrund des Projekts

Die Bücherverbrennung am 6. Mai 1933 auf dem Alten Markt in Potsdam war ein dunkles Kapitel der Stadtgeschichte. Nationalsozialistische Studenten und SA-Mitglieder warfen damals Werke von Autoren wie Erich Kästner, Sigmund Freud und Karl Marx ins Feuer. Ein dauerhafter Gedenkort soll an dieses Ereignis erinnern und die Erinnerungskultur stärken.

Die Rolle der Universität

Die Universität Potsdam könnte nun eine zentrale Rolle bei der Umsetzung übernehmen. Studierende verschiedener Fachrichtungen, darunter Geschichte, Kunst und Architektur, sollen in die Planung und Gestaltung einbezogen werden. Dies würde nicht nur die akademische Auseinandersetzung mit dem Thema fördern, sondern auch eine nachhaltige Verankerung in der Stadtgesellschaft ermöglichen.

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  • Zeitplan: Ein konkreter Zeitplan steht noch nicht fest, aber die Gespräche mit der Universität sollen in den kommenden Monaten intensiviert werden.
  • Standort: Der genaue Standort des Gedenkorts ist noch offen, jedoch wird der Alte Markt als historisch bedeutsamer Ort favorisiert.
  • Finanzierung: Die Stadt stellt bereits Mittel bereit, weitere Fördermittel könnten von Land und Bund kommen.

Reaktionen aus der Politik

Die Pläne stoßen in der Stadtpolitik auf breite Zustimmung. Kulturdezernent Walid Hafezi betonte: „Die Einbindung der Universität ist ein Gewinn für das Projekt und die Stadt.“ Auch die Fraktionen von SPD, Grünen und Linken signalisierten Unterstützung. Die CDU forderte jedoch eine transparente Beteiligung der Bürgerschaft.

Bedeutung für die Erinnerungskultur

Der Gedenkort soll nicht nur an die Vergangenheit erinnern, sondern auch einen Beitrag zur aktuellen Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Intoleranz leisten. „Es geht darum, aus der Geschichte zu lernen und demokratische Werte zu stärken“, so Büloff. Studierende könnten durch ihre Arbeit innovative und zeitgemäße Formen des Gedenkens entwickeln.

Die Stadtverwaltung wird nun Gespräche mit der Universität führen, um die Modalitäten einer Zusammenarbeit zu klären. Ein erster Workshop ist für das Frühjahr 2024 geplant. Die Öffentlichkeit soll über den Fortgang des Projekts regelmäßig informiert werden.

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