Die anhaltende Hitzewelle in Japan hat offenbar auch für Zootiere dramatische Folgen. Im Tama-Zoo in Tokio sind innerhalb weniger Tage drei Löwinnen gestorben. Nach Angaben des Zoos geht der behandelnde Tierarzt davon aus, dass die Tiere vermutlich an einem Hitzschlag starben.
Dehydrierung und Organversagen festgestellt
Wie eine Sprecherin des Zoos der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, wurden bei den Löwinnen Dehydrierung und mehrfaches Organversagen festgestellt. Mehrere weitere Löwen werden derzeit tierärztlich behandelt.
Zehn von 16 Löwen zeigten Symptome
Nach Angaben des Zoos hatten seit Mitte Juli zehn der insgesamt 16 Löwen Symptome wie Appetitlosigkeit und verringerte Aktivität gezeigt. In der vergangenen Woche starben dann nacheinander drei weibliche Tiere.
Eigentlich gelten Löwen als widerstandsfähig gegenüber hohen Temperaturen. Die Bedingungen in Japan seien jedoch mit der Hitze in Afrika kaum vergleichbar, erklärte die Zoo-Sprecherin. Während es dort meist trocken heiß sei, herrsche in Tokio eine hohe Luftfeuchtigkeit. Zudem habe die Hitzewelle unmittelbar nach dem Ende der Regenzeit eingesetzt und die Tiere besonders plötzlich belastet.
Temperaturen bis zu 40 Grad in Japan
In Teilen Japans werden seit Wochen immer wieder Temperaturen von bis zu 40 Grad gemessen. Bereits im vergangenen Jahr verzeichnete das Land den heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
Warum Hitze auch für Löwen gefährlich sein kann
Löwen gelten grundsätzlich als gut an hohe Temperaturen angepasst. Nach Angaben des WWF verbringen sie in freier Wildbahn jedoch bis zu 20 Stunden am Tag ruhend im Schatten und werden vor allem in den kühleren Abend- und Nachtstunden aktiv. Entscheidend ist dabei nicht nur die Temperatur, sondern auch die Luftfeuchtigkeit. Während die Hitze in den afrikanischen Savannen meist trocken ist, kann schwül-heißes Wetter den Körper deutlich stärker belasten.
Der Löwe wird von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als gefährdet eingestuft. Schätzungen zufolge leben weltweit nur noch etwa 20.000 bis 25.000 Tiere in freier Wildbahn. Moderne Zoos versuchen deshalb, ihre Tiere bei extremer Hitze mit Schattenplätzen, Wasserstellen und weiteren Schutzmaßnahmen zu entlasten. Ob die Haltungsbedingungen im Tama-Zoo zu dem Vorfall beigetragen haben, ist bislang allerdings nicht bekannt.



