Die Hundstage 2026 haben Bad Wörishofen fest im Griff: Mit Temperaturen bis zu 38 Grad Celsius wurde der bisherige Rekord von 2023 übertroffen. Die Stadt hat umfassende Schutzmaßnahmen eingeleitet, um Mensch und Tier vor der extremen Hitze zu bewahren.
Rekordhitze und ihre Folgen
Bereits am ersten Tag der Hundstage, dem 23. Juli, erreichte das Thermometer in Bad Wörishofen 36,5 Grad. In den folgenden Tagen stieg die Quecksilbersäule weiter an und erreichte am 27. Juli den Höchstwert von 38,2 Grad. Damit wurde der bisherige Temperaturrekord aus dem Jahr 2023 um 1,7 Grad übertroffen, wie das Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte.
Die anhaltende Hitze hat spürbare Auswirkungen auf die Region. Die Stadtverwaltung hat deshalb einen Hitzeaktionsplan aktiviert, der unter anderem verlängerte Öffnungszeiten der Freibäder und zusätzliche Trinkwasserbrunnen an öffentlichen Plätzen vorsieht. „Wir müssen die Bürgerinnen und Bürger schützen, insbesondere ältere Menschen und Kinder“, sagt Oberbürgermeister Stefan Pauluhn. Die Stadt habe aus den Erfahrungen der Vorjahre gelernt und sei nun besser vorbereitet.
Schutzmaßnahmen für Mensch und Tier
Neben den zusätzlichen Trinkwasserstellen werden in der Innenstadt schattige Ruhezonen eingerichtet. Auch die Kirchen öffnen ihre Türen als kühle Rückzugsorte. Für Obdachlose wurden Notunterkünfte mit Klimaanlagen bereitgestellt. Besonders gefährdet sind Senioren: Das städtische Seniorenzentrum bietet tagsüber kühle Räume an, die auch von externen Bürgern genutzt werden können.
Auch Haustiere leiden unter der Hitze. Der Tierschutzverein Bad Wörishofen appelliert an alle Hundehalter, ihre Tiere nicht bei diesen Temperaturen auszuführen. „Die Pfoten der Hunde können auf dem heißen Asphalt Verbrennungen erleiden“, warnt die Vorsitzende Petra Schneider. Sie empfiehlt Spaziergänge in den frühen Morgenstunden oder späten Abendstunden und ausreichend Wasser für die Tiere.
Wetteraussichten und Klimawandel
Die Meteorologen erwarten, dass die Hitze bis Mitte August anhält. „Die Hundstage sind dieses Jahr besonders intensiv, was auf eine stabile Hochdrucklage über Mitteleuropa zurückzuführen ist“, erklärt DWD-Meteorologe Jürgen Schmidt. Langfristig müsse man sich auf häufigere und stärkere Hitzewellen einstellen, da der Klimawandel voranschreite.
Die Stadt Bad Wörishofen plant bereits langfristige Maßnahmen, um die Folgen des Klimawandels abzumildern. Dazu gehören die Begrünung von Dächern, die Entsiegelung von Flächen und die Schaffung weiterer Grünanlagen. „Wir müssen die Stadt an die neuen klimatischen Bedingungen anpassen“, so Oberbürgermeister Pauluhn. Ein entsprechendes Konzept wurde bereits 2024 beschlossen und wird nun schrittweise umgesetzt.
Praktische Tipps für die heißen Tage
Die Stadtverwaltung hat eine Broschüre mit Verhaltensempfehlungen herausgegeben: Ausreichend Wasser trinken, alkoholische Getränke vermeiden, leichte Kleidung tragen und körperliche Anstrengung in die Morgenstunden verlegen. Auch das Kühlen von Wohnräumen durch nächtliches Lüften wird empfohlen. Bei Anzeichen von Hitzschlag wie Schwindel, Kopfschmerzen oder Übelkeit soll sofort der Notruf 112 gewählt werden.
Die Apotheken in Bad Wörishofen verzeichnen eine erhöhte Nachfrage nach Elektrolytlösungen und Sonnenschutzmitteln. „Die Menschen sind verunsichert und wollen sich schützen“, sagt Apothekerin Maria Huber. Sie rät, auf ausreichenden Sonnenschutz zu achten und bei Medikamenten die Lagerung zu prüfen, da einige Präparate bei Hitze ihre Wirkung verlieren können.
Auswirkungen auf Landwirtschaft und Tourismus
Die Landwirtschaft in der Region leidet unter der Trockenheit. Die Bauern müssen ihre Felder verstärkt bewässern, was zu Wasserknappheit führen kann. Der Landkreis Unterallgäu hat deshalb ein Bewässerungsverbot für bestimmte Zeiten erlassen. Gleichzeitig profitiert der Tourismus: Die Freibäder und Baggerseen verzeichnen Rekordbesuche. „Die Gäste schätzen das kühle Nass“, sagt Kurdirektor Thomas Müller. Die Stadt erwartet eine positive Bilanz für die Sommersaison.
Um die Wasserreserven zu schonen, appelliert die Stadt an die Bürger, den Wasserverbrauch zu reduzieren. Dazu gehören kurze Duschzeiten, das Sammeln von Regenwasser für die Gartenbewässerung und der Verzicht auf das Befüllen von Pools. „Jeder Einzelne kann einen Beitrag leisten“, betont Oberbürgermeister Pauluhn.
Die Hundstage 2026 zeigen deutlich, wie wichtig Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel sind. Bad Wörishofen geht mit gutem Beispiel voran und setzt auf eine Kombination aus kurzfristigen Schutzmaßnahmen und langfristigen Strategien. Die Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, die Tipps zu befolgen und auf sich und andere zu achten.



