Waldbrände in Südeuropa weiten sich aus: Nach Frankreich und Spanien werden nun auch die Türkei und Griechenland von verheerenden Feuern heimgesucht. Extreme Hitze und trockener Wind treiben die Flammen an, die Menschen aus ihren Häusern vertreiben. In Frankreich und Spanien konzentrieren sich die Einsatzkräfte darauf, das Wiederaufflammen der bereits eingegrenzten Brände zu verhindern, während in der Türkei und auf der griechischen Insel Kreta neue Feuer unkontrolliert wüten.
Frankreich: 42.000 Hektar vernichtet
An der französischen Atlantikküste setzt die Feuerwehr alles daran, eine erneute Ausbreitung der Brände zu verhindern. Bei Temperaturen von bis zu 41 Grad und niedriger Luftfeuchtigkeit könnten Windstöße von bis zu 45 Kilometern pro Stunde die Flammen wieder anfachen, teilte die Präfektur in Bordeaux mit. Rund 2.200 Feuerwehrleute sind im Einsatz, um die Brände zu bekämpfen, die bisher 42.000 Hektar Fläche – etwa die Größe des Stadtstaats Bremen – zerstört haben. Insgesamt wurden in Frankreich nach Angaben des Pariser Innenministeriums 116.085 Hektar durch Waldbrände vernichtet. 126 Wehrleute wurden verletzt. Von den ursprünglich 224.000 Evakuierten konnten am Dienstagabend zahlreiche zurückkehren; die Präfektur erlaubte den Bewohnern von drei Orten mit rund 60.000 Einwohnern die Rückkehr, da ihre Gebiete verschont blieben.
Spanien: Zehntausende kehren zurück
In Spanien kehren unterdessen Zehntausende in den Waldbrandgebieten rund um Madrid in ihre Häuser zurück. Dennoch sind noch rund 40.000 Menschen von Evakuierungen oder Ausgangsbeschränkungen betroffen. Angesichts der vierten Hitzewelle des Sommers, die bis Sonntag anhalten soll, warnen die Behörden vor verfrühter Entwarnung. Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte: „Die Lage entwickelt sich günstig. Wir müssen aber extrem wachsam bleiben, die nächsten zwölf Stunden werden entscheidend sein.“ Innenminister Fernando Grande-Marlaska meldete weitere Erfolge bei der Bekämpfung der Brände im Westen Madrids sowie in den Provinzen Ávila und Toledo. Hilfe aus anderen europäischen Ländern trifft ein: Rumänien und Griechenland verlängern ihre Einsätze, Polen wird ab Samstag Unterstützung leisten, kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an. Belgien entsendet zusätzlich Wehrleute und Löschfahrzeuge nach Frankreich.
Griechenland: Zwei Feuerwehrleute sterben auf Kreta
Auf Kreta kamen bei einem Waldbrand zwei Feuerwehrleute ums Leben. Der Brand wütet seit den Mittagsstunden in der Region Nea Krya Vrysi im gebirgigen Hinterland des südlichen Teils der Insel. Die beiden Einsatzkräfte wurden in ihrem Fahrzeug von den Flammen eingeschlossen, berichtete der Sender ERTNews. Die Feuerfront soll mittlerweile rund 15 Kilometer lang sein. Wegen rascher Ausbreitung und starker Winde wurden fünf Ortschaften evakuiert. Mehr als 100 Feuerwehrkräfte sind im Einsatz, doch vier Löschhubschrauber und vier Löschflugzeuge mussten wegen zu starken Winds abdrehen.
Türkei: Touristenregion Antalya betroffen
Im südtürkischen Antalya bekämpft die Feuerwehr seit Dienstag mehrere Brände in der Touristenregion. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, dass ein Großteil gelöscht werden konnte. Da die Brände Wohngebiete erreichten, wurden vorsorglich Bewohner evakuiert; einige Häuser brannten nieder. Starker Wind und die Gefahr der Ausbreitung bestehen laut örtlichen Behörden. Die angrenzenden Tourismuszentren Adrasan und Olympos wurden für den Verkehr gesperrt. Menschen kamen bisher nicht zu Schaden. Gouverneur Hulusi Sahin erklärte, extreme Hitze, starke Winde und trockene Luft seien die Ursachen. Ungewöhnlich sei, dass kein kühlender Nordwind, sondern trockener Wind vom Meer wehe, der keine Feuchtigkeit bringe. Weitere Brände wurden in den Provinzen Balikesir, Kütahya, Canakkale, Yalova und Mugla gemeldet.



