Bieterkampf um TAP: Lufthansa und Air France-KLM geben Angebote ab
Bieterkampf um TAP: Lufthansa und Air France-KLM reichen Angebote ein

Lufthansa und Air France-KLM reichen Angebote für TAP ein

Der Bieterkampf um die portugiesische Staatsairline TAP geht in die entscheidende Phase: Lufthansa und Air France-KLM haben am Mittwoch fristgerecht ihre verbindlichen Angebote für einen Minderheitsanteil bei der portugiesischen Regierung eingereicht. Dies gab die Staatsholding Parpublica in Lissabon bekannt. Portugal plant, 44,9 Prozent der Anteile an einen strategischen Partner zu verkaufen, um die Fluggesellschaft wettbewerbsfähiger zu machen. Nach zwei unverbindlichen Offerten im April sind die beiden Luftfahrtkonzerne die letzten verbliebenen Bieter.

Details der Angebote und Bedeutung für Portugal

Beide Bieter betonten in ihren Angeboten die Bedeutung der nationalen Identität der TAP und das Drehkreuz Lissabon. Lufthansa-Chef Carsten Spohr erklärte: „Wir wollen die nationale Airline Portugals als Teil der Lufthansa Gruppe und führende Fluggesellschaft für den Südatlantik mit Lissabon als strategischem Drehkreuz stärken.“ Die Lufthansa sieht vor allem Potenzial in den Verbindungen nach Lateinamerika, insbesondere Brasilien. Auch Air France-KLM versprach, die Marke TAP und das Management zu erhalten. Konzernchef Benjamin Smith sagte: „Unser Angebot ist ein strategischer, weitreichender und umfassender langfristiger Plan für TAP und für Portugal insgesamt.“ Der französisch-niederländische Konzern will zudem das Wartungsgeschäft in Portugal ausbauen und neue Arbeitsplätze schaffen. Die Lufthansa errichtet bereits eine eigene Wartungsbasis mit 1000 Arbeitsplätzen bis 2030.

Bewertung und Zeitplan

Die Kaufpreise wurden nicht genannt. Analysten von Bernstein schätzen den Wert des Anteils auf rund 700 Millionen Euro, basierend auf einer Gesamtbewertung der TAP von 1,5 Milliarden Euro. Die Privatisierung war im Juli 2025 neu gestartet worden. Parpublica muss binnen 30 Tagen eine finale Bewertung der Gebote vorlegen. Die Regierung kann dann entweder sofort entscheiden oder mit beiden Interessenten verhandeln. Der Prozess soll bis Ende September abgeschlossen sein. Infrastrukturminister Miguel Pinto Luz betonte, die Entscheidung hänge nicht allein vom Preis ab; der Partner müsse auch das Wachstum im ganzen Land unterstützen, beispielsweise an Flughäfen wie Porto oder auf den Azoren. Die TAP ist für ihre Verbindungen ins portugiesischsprachige Afrika und in die USA attraktiv. Da EU-Beihilferegeln weitere staatliche Hilfen verbieten, muss die Fluggesellschaft Teil eines Luftfahrtkonzerns werden.

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