Bad Wörishofen: Kneipp-Anlagen trocken – Wassermangel verschärft sich
Kneipp-Anlagen in Bad Wörishofen trocken – Wassermangel

In Bad Wörishofen, der bekannten Kneipp-Stadt im Unterallgäu, sind mehrere Wassertretanlagen und Kneippbecken wegen der anhaltenden Trockenheit versiegt. Die Stadtverwaltung bestätigte, dass die Anlagen am Dienstag kein Wasser mehr führten. Grund ist die seit Wochen ausbleibende Niederschläge und die extreme Hitze, die die Grundwasserspiegel sinken lassen.

Betroffene Anlagen und erste Reaktionen

Betroffen sind unter anderem die Anlagen im Kurpark und am Kneippweg. Ein Spaziergänger berichtete, dass er sein geplantes Wassertreten abbrechen musste: „Ich kam extra wegen der Kneipp-Anwendung, aber das Becken war völlig ausgetrocknet. Das ist schon traurig.“ Die Stadt hat Hinweisschilder aufgestellt, die auf die eingeschränkte Nutzung hinweisen.

Die Stadtverwaltung arbeitet unter Hochdruck an Lösungen. Pressesprecherin Julia Mayer erklärte: „Wir prüfen derzeit, ob wir die Anlagen mit Tankwagen notversorgen können. Allerdings hat die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung oberste Priorität.“ Man sei im Austausch mit den Stadtwerken, um die Wasserverteilung zu optimieren.

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Ursachen und Hintergründe

Die Trockenheit ist kein lokales Phänomen. Der Deutsche Wetterdienst meldet für die Region Schwaben eine anhaltende Dürre. Die Niederschlagsmenge der letzten Monate lag deutlich unter dem langjährigen Mittel. Zudem sorgt die anhaltende Hitze für eine erhöhte Verdunstung.

Experten warnen, dass die Grundwasserneubildung nur langsam voranschreitet. Dr. Michael Schneider vom Bayerischen Landesamt für Umwelt erklärte: „Die aktuellen Pegelstände sind besorgniserregend. Wir beobachten, dass viele kleinere Gewässer und Quellen austrocknen. Das hat auch Auswirkungen auf die Ökosysteme.“

Auswirkungen auf Tourismus und Kurwesen

Bad Wörishofen lebt vom Tourismus und der Kneipp-Tradition. Die versiegten Anlagen könnten Gäste abschrecken. Die Kurdirektion zeigt sich dennoch zuversichtlich: „Wir haben viele andere Attraktionen und die meisten Anlagen sind noch funktionsfähig. Wir hoffen auf baldigen Regen“, so Kurdirektor Thomas Weber.

Bereits im vergangenen Jahr gab es ähnliche Probleme, doch diesmal sei die Lage ernster. Die Stadt erwägt langfristige Maßnahmen wie den Bau von Zisternen oder die Nutzung von Brauchwasser. Eine Bürgerinitiative fordert zudem ein Bewässerungsverbot für private Gärten.

Appelle an die Bevölkerung

Die Stadt appelliert an die Bürger, sparsam mit Wasser umzugehen. Das Landratsamt Unterallgäu hat bereits eine Allgemeinverfügung erlassen, die das Entnehmen von Wasser aus Flüssen und Bächen verbietet. Zuwiderhandlungen können mit Bußgeldern geahndet werden.

Bürgermeister Stefan Welzel sagte: „Jeder kann einen Beitrag leisten, indem er den Garten nicht unnötig sprengt oder das Auto seltener wäscht. Wir müssen gemeinsam durch diese schwierige Zeit kommen.“ Die Stadtverwaltung hat zudem eine Hotline eingerichtet, unter der Bürger Fragen zur Wassersituation stellen können.

Wetteraussichten und Hoffnung

Die Wettervorhersage verspricht für die kommenden Tage weiterhin viel Sonne und Temperaturen um 30 Grad. Erst am Wochenende sind einzelne Schauer möglich. Die Stadt hofft, dass die Anlagen dann wieder Wasser führen. Bis dahin bleiben die Becken geschlossen.

Die Situation zeigt, wie verletzlich die Kneipp-Infrastruktur gegenüber Klimaveränderungen ist. Bad Wörishofen plant daher, ein Konzept zur Klimaanpassung zu entwickeln. Dazu gehören unter anderem die Renaturierung von Quellen und die Verbesserung der Wasserspeicherung.

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