In Südeuropa kämpfen Feuerwehrkräfte weiter gegen sich ausbreitende Waldbrände, die von Trockenheit und Wind angefacht werden. Hinzu kommt große Hitze. Während sich die Lage an Frankreichs Atlantikküste deutlich entspannte, rückten Einsatzkräfte in Spanien, auf Kreta und in der Türkei zu neuen Bränden aus.
Frankreich: Rückkehr für Zehntausende
Weitere 84.000 Menschen an der französischen Atlantikküste können in ihre Häuser zurückkehren, da sich die Waldbrandlage spürbar entspannt hat. Wie die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, am Morgen entschied, können die Bewohner von neun vorsorglich evakuierten Orten nach Hause zurück. Insgesamt 224.000 Menschen waren in der Region evakuiert worden. Am Dienstagabend konnten bereits 60.000 Menschen in drei evakuierte Gemeinden zurückkehren. Die Behörden warnen jedoch vor weiterer Vorsicht, da die Feuergefahr durch die anhaltende Trockenheit noch nicht gebannt sei. Auch in Südfrankreich und im Burgund kämpfen die französischen Einsatzkräfte weiter gegen Naturbrände. Besonders betroffen ist die Region um den Badeort Arcachon, wo die Flammen bereits mehrere Hektar Pinienwald zerstört haben.
Spanien: Neue Brände in León und nahe Portugal
Drei neue Waldbrände lassen die Feuerwehren in Spanien nicht zur Ruhe kommen. Die Feuer seien im Nordwesten des Landes in der Provinz León ausgebrochen, berichtete das staatliche Fernsehen TVE. Rund 300 Bewohner hätten ihre Häuser verlassen müssen. Rund 180 Kilometer südwestlich war zuvor bereits ein weiterer Brand in einem Naturpark nahe der Grenze zu Portugal ausgebrochen. Bis zum Morgen wurden 12 Ortschaften sowie ein Campingplatz geräumt. Rund 1.000 Menschen sind betroffen. Die Einsatzkräfte werden durch die schwierige Topografie und den starken Wind behindert. Löschflugzeuge und Hubschrauber sind im Einsatz, doch die Flammen breiten sich rasch aus. Die spanische Regierung hat zusätzliche Einheiten der Militäreinheit UME entsandt, um die Löscharbeiten zu unterstützen. Meteorologen rechnen erst zum Wochenende mit einer Entspannung der Wetterlage.
Griechenland: Kreta weiter in Flammen
Der Waldbrand im Süden der griechischen Insel Kreta wütet weiter. Starke Winde mit Geschwindigkeiten von mehr als 125 Kilometern pro Stunde erschweren den Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern, wie der griechische Wetterdienst (EMY) mitteilte. Mit einer Abschwächung der Winde wird erst am Wochenende gerechnet. „Es stehen uns schwierige Tage bevor“, sagte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis im Fernsehsender ERT. Die Brände haben bislang zwei Feuerwehrleuten auf Kreta das Leben gekostet. Ein weiterer Feuerwehrmann starb auf der Halbinsel Peloponnes. Auf Kreta mussten mehr als 8.000 Menschen aus der Region des beliebten Ferienortes Agia Galini an der Südküste der Insel evakuiert werden. Am Donnerstag konnten Urlauber nach Angaben von Reportern vor Ort wieder nach Agia Galini zurückkehren. Die Tourismusindustrie auf der Insel leidet enorm unter den Bränden, viele Hotels und Ferienanlagen mussten schließen. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, den Anweisungen der Feuerwehr Folge zu leisten.
Türkei: Mehrere Provinzen betroffen
Einsatzkräfte in der Türkei kämpfen weiter gegen zahlreiche Waldbrände im Süden und Westen des Landes, die durch starke Winde angefeuert werden. Man versuche zurzeit Brände in den Provinzen Antalya, Mugla und Balikesir vollständig unter Kontrolle zu bringen, sagte Forstminister Ibrahim Yumakli dem Staatssender TRT zufolge. Bei drei weiteren sei das bereits gelungen. In der Nacht sei zudem ein weiterer Waldbrand im Bezirk Fethiye der Provinz Mugla hinzugekommen. Die Löschmannschaften arbeiten unter Hochdruck, um die Flammen von bewohnten Gebieten fernzuhalten. In einigen Dörfern wurden vorsorglich Evakuierungen eingeleitet. Die türkische Regierung hat die Hilfe benachbarter Länder angefordert, da die eigenen Kapazitäten an ihre Grenzen stoßen. Die Brandursachen sind noch unklar, aber Behörden gehen von Brandstiftung oder Fahrlässigkeit aus. Die anhaltende Dürreperiode begünstigt die rasche Ausbreitung der Feuer.
Diese Meldung basiert auf Informationen der Nachrichtenagentur dpa.



