Die anhaltende Trockenheit in Bayern hat die Wasserstände von Donau und Main auf Rekordtiefstände sinken lassen. Die Schifffahrt im Freistaat steht vor großen Herausforderungen: Frachtschiffe können nur noch mit reduzierter Ladung fahren, manche Strecken sind gar nicht mehr passierbar. Das hat erhebliche Auswirkungen auf den Gütertransport und die Wirtschaft.
Rekordtiefstände an Donau und Main
Besonders betroffen ist die Donau: In Regensburg wurde der niedrigste Wasserstand seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen. Ähnlich kritisch ist die Lage am Main, wo die Pegelstände ebenfalls neue Negativrekorde erreichen. Laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) liegt der Wasserstand vielerorts mehr als einen Meter unter dem langjährigen Mittel.
Die Niedrigwasserlage zwingt die Reedereien zu drastischen Maßnahmen: Die Schiffe müssen ihre Ladung um bis zu 50 Prozent reduzieren, um die flachen Passagen zu passieren. Auf einigen Abschnitten, etwa zwischen Vilshofen und Passau, ist die Schifffahrt zeitweise komplett eingestellt worden. Das führt zu Engpässen bei der Versorgung mit Rohstoffen und Gütern.
Wirtschaftliche Folgen für die Region
Die Binnenschifffahrt ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Bayern. Jährlich werden auf Donau und Main mehrere Millionen Tonnen Güter transportiert – von Baustoffen über Getreide bis hin zu Containern. Die aktuellen Einschränkungen bedeuten für viele Unternehmen erhebliche Mehrkosten, da sie auf Lkw oder die Bahn ausweichen müssen.
Der bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) warnt vor langfristigen Schäden: „Die Niedrigwasserphasen häufen sich und werden durch den Klimawandel weiter zunehmen. Wir brauchen dringend eine Anpassung der Infrastruktur, um die Schifffahrt zukunftsfähig zu halten“, sagt ein Sprecher. Die Politik sei gefordert, in den Ausbau der Wasserstraßen zu investieren.
Maßnahmen und Ausblick
Die WSV hat bereits Notfallpläne aktiviert: Unter anderem werden Fahrrinnen ausgebaggert und Schifffahrtszeichen angepasst, um die Sicherheit zu gewährleisten. Langfristig sollen Staustufen und Schleusen modernisiert werden, um die Wasserstände besser regulieren zu können. Doch solche Projekte dauern Jahre und sind kostspielig.
Bis dahin bleibt die Lage angespannt. Die Wettervorhersagen versprechen für die kommenden Wochen kaum nennenswerten Regen. Die Schifffahrt auf Donau und Main muss sich also auf weitere Einschränkungen einstellen – mit allen Konsequenzen für die bayerische Wirtschaft und die Versorgungssicherheit.



