Berliner Experte pflanzt Schilf gegen Hitze und Artensterben
Schilfprojekt: Berliner Experte kämpft gegen Klimafolgen

Oberhalb einer Spundwand balanciert Ralf Steeg vorsichtig entlang eines kleinen Zauns. Der Gewässerexperte kriecht durch dichtes Gestrüpp, hinter dem sich meterhohes Schilf erhebt. „Vorsicht, hier wird es rutschig“, warnt er. Eine Mutter mit ihrer Tochter beobachtet die Szene neugierig. „Was macht der Mann da?“, fragt das Mädchen. Von einem Balkon schaut ein älterer Herr herüber und schüttelt kopfschüttelnd den Kopf.

Schilf als Klimaretter

Ralf Steeg verfolgt einen ehrgeizigen Plan: Er will Berlins Gewässer mit Hilfe von Schilf vor den Folgen des Klimawandels schützen. Die dichten Pflanzen sollen nicht nur die Wassertemperatur senken, sondern auch Lebensraum für bedrohte Arten schaffen. Das Projekt läuft bereits – und erste Erfolge sind sichtbar. In einem Pilotgebiet hat das Schilf die Wasserqualität verbessert und die Artenvielfalt erhöht.

Schwimmende Inseln für Kreuzberg

Der nächste Schritt sind sogenannte „Inseln“ aus Schilf, die in den Kanälen Kreuzbergs angelegt werden sollen. Diese schwimmenden Biotope könnten die städtische Hitze bekämpfen und gleichzeitig neuen Lebensraum für Fische, Insekten und Vögel bieten. „Das Schilf wirkt wie ein natürliches Filtersystem“, erklärt Steeg. „Es kühlt das Wasser und bindet Schadstoffe.“

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Die Bewohner reagieren unterschiedlich: Während das kleine Mädchen fasziniert ist, zeigt sich der ältere Herr skeptisch. Steeg lässt sich davon nicht beirren. Er ist überzeugt, dass die Natur selbst die beste Lösung für die Klimakrise bietet. „Wir müssen nur den richtigen Rahmen schaffen“, sagt er.

Das Projekt wird von der Stadt Berlin unterstützt. Die Kosten sind überschaubar, der Nutzen jedoch enorm. Steeg hofft, dass seine Schilfpflanzungen bald in ganz Berlin Schule machen – zum Wohle von Mensch und Natur.

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