Südeuropa im Kampf gegen schwere Waldbrände – Entwarnung in Spanien
Südeuropa: Schwere Waldbrände – Spanien hebt Notstand auf

Großalarm in Südeuropa: Eine anhaltende Hitzewelle in Kombination mit kräftigem Wind sorgt für verheerende Waldbrände in mehreren Ländern. Besonders betroffen sind Griechenland, die Türkei und Frankreich, während Spanien nach Erfolgen bei der Brandbekämpfung den nationalen Notstand aufgehoben hat. Doch an der Grenze zu Portugal wüten neue Flammen. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen, zwei Feuerwehrleute kamen ums Leben.

Griechenland: Tödliche Brände auf Kreta

In Griechenland wüten mehrere Waldbrände, der schlimmste im Süden der Insel Kreta. Dort kamen zwei Feuerwehrleute ums Leben, als sie in ihrem Fahrzeug im dichten Rauch die Orientierung verloren. Die Feuerwehr ist mit 224 Einsatzkräften, 53 Fahrzeugen sowie Spezialeinheiten und Freiwilligen im Einsatz. Starker Wind zwang Löschhubschrauber und -flugzeuge zur Landung. Am Abend wurde der Küstenort Agia Galini evakuiert, rund 6000 Touristen waren betroffen. In Agios Pavlos brachte die Küstenwache 29 Menschen über das Meer in Sicherheit. Im Osten Kretas bei Sitia konnte ein Großbrand unter Kontrolle gebracht werden, ebenso ein Feuer auf Lesbos. Das Bürgerschutzministerium warnt vor anhaltend hoher Waldbrandgefahr, da die starken Winde in den kommenden Tagen anhalten sollen.

Türkei: Touristenregion Antalya betroffen

In der südtürkischen Touristenregion Antalya bekämpft die Feuerwehr seit Dienstag mehrere Brände. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu konnte ein Großteil gelöscht werden. Vorsorglich wurden einige Bewohner evakuiert, weil die Brände Wohngebiete erreichten. Gouverneur Hulusi Sahin nannte als Ursachen extreme Hitze, starke Winde und trockene Luft. Zudem wurden Brände in den Provinzen Balikesir, Kütahya, Canakkale und Yalova im Westen der Türkei gemeldet. Ein weiteres Großfeuer wird in der Provinz Mugla im Südwesten bekämpft.

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Frankreich: Evakuierungen in mehreren Regionen

Auch in Frankreich brachen neue Waldbrände aus. Im südfranzösischen Departement Var bei der Kleinstadt Brignoles mussten 600 bis 700 Menschen evakuiert werden. Ein Feuer wurde aus dem Wald von Fontainebleau südlich von Paris gemeldet. Im Burgund in Couchey bei Dijon brach ein größerer Brand aus; wegen gesundheitsgefährdenden Rauchs wurden die Bewohner aufgefordert, sich möglichst nicht draußen aufzuhalten. An der Atlantikküste bei Bordeaux, wo zuvor die massivsten Brände der Saison auf 42.000 Hektar gewütet hatten, konnte die Feuerwehr ein erneutes Ausbreiten verhindern. Die Präfektur hofft auf eine Rückkehr zur Normalität für Einwohner und Unternehmen. 224.000 Menschen waren in der Region evakuiert worden.

Spanien und Portugal: Notstand aufgehoben, neue Gefahr

Nach Erfolgen im Kampf gegen die Waldbrände hat Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez den nationalen Notstand aufgehoben. Er verkündete die Entscheidung nach einer Sitzung mit den regionalen Verantwortlichen. Im Waldbrandgebiet nahe Madrid gebe es „kaum noch Flammen“, ein Feuer in der Region Avila sei stabilisiert. Die Wetterbedingungen hätten Abkühlung gebracht. Nur für rund 1000 Menschen gilt weiter eine Evakuierungsaufforderung, die meisten durften zurückkehren. Allerdings ist nun an der Grenze zu Portugal im Nationalpark Arribes del Duero ein großes Feuer ausgebrochen. Zwölf Ortschaften rund um Fermoselle wurden evakuiert, rund 950 Menschen in Sicherheit gebracht, darunter Bewohner eines Altenheims in Muga de Sayago. Sánchez rief bei einer neuen Hitzewelle, die bis Sonntag andauern soll, zu äußerster Vorsicht auf. Er beantragte bei der Europäischen Kommission die Einrichtung eines neuen europäischen Zentrums für Brandbekämpfung auf Mallorca.

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