In Spanien wütet der größte Waldbrand der jüngeren Geschichte. Nach Angaben von Innenminister Fernando Grande-Marlaska hat das Feuer in der Provinz Ávila bereits eine Fläche von 47.000 Hektar erfasst – das entspricht etwa 65.000 Fußballfeldern. Der Minister warnte vor verfrühtem Optimismus: „Die Lage bei den Bränden verbessert sich, aber nur langsam.“
Ausmaß der Verwüstung
Der Brand in Ávila tobt weniger als 100 Kilometer westlich von Madrid. Sollten sich die vorläufigen amtlichen Schätzungen bestätigen, wäre dies der größte Waldbrand seit Beginn der Aufzeichnungen der Zentralregierung im Jahr 1968. Bisher galt das Feuer von Larouco aus dem Jahr 2025 mit knapp 38.000 zerstörten Hektar in Galicien und Kastilien-León als Rekord. Der staatliche TV-Sender RTVE hob hervor, dass das neue Feuer nun diese Marke deutlich übertrifft.
Neben dem Hauptbrand in Ávila bereiten weitere Feuer in der Sierra Oeste im Westen der Autonomen Gemeinschaft Madrid sowie in der Provinz Toledo südwestlich der Hauptstadt Sorgen. Zusammen haben diese drei Brände rund 77.000 Hektar Wald- und Buschland verwüstet. Die Militärische Nothilfeeinheit (UME) meldete, dass alle Hauptfronten in Madrid und den angrenzenden Provinzen eingedämmt seien, jedoch blieben mehrere Brandherde aktiv.
Ursache und Ermittlungen
Die Behörden gehen davon aus, dass der Brand in Ávila durch landwirtschaftliche Arbeiten ausgelöst wurde. Medienberichten zufolge wurde ein Mann festgenommen, der im Verdacht steht, trotz eines wegen der Hitzewelle geltenden Verbots schweres Gerät benutzt und dadurch das Feuer verursacht zu haben. Die Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung laufen.
Betroffene Bevölkerung und Notstand
Die Gesamtzahl der von Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen betroffenen Menschen bezifferte das Innenministerium in Madrid zuletzt auf rund 90.000. König Felipe VI. und Königin Letizia besuchten am Sonntag eine Notunterkunft und sprachen den Betroffenen Mut zu. Die Zentralregierung rief für die betroffenen Regionen den Notstand aus, um schneller finanzielle und logistische Mittel mobilisieren zu können.
Die Hitzewelle in Spanien mit Temperaturen über 40 Grad Celsius hat die Waldbrände begünstigt. Die Einsatzkräfte der UME sind mit Hubschraubern und Löschflugzeugen im Einsatz. Die Löscharbeiten gestalten sich schwierig, da die Brandherde teilweise schwer zugänglich sind. Innenminister Grande-Marlaska betonte, dass die Gefahr noch nicht gebannt sei und die Bevölkerung weiterhin zur Vorsicht aufgerufen sei.



