Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen setzen den Stadtbäumen in Aichach massiv zu. Viele Bäume, insbesondere jüngere Pflanzungen, leiden unter Trockenstress und zeigen erste Schäden wie welke Blätter oder vertrocknete Äste. Die Stadtverwaltung hat deshalb reagiert und die Bewässerungsmaßnahmen deutlich verstärkt.
Erste Schäden sichtbar
Bereits jetzt sind an zahlreichen Bäumen im Stadtgebiet deutliche Anzeichen von Trockenstress erkennbar. Besonders betroffen sind die erst vor wenigen Jahren gepflanzten Bäume, deren Wurzelsystem noch nicht tief genug reicht, um an ausreichend Wasser zu gelangen. „Die jungen Bäume haben es bei der aktuellen Witterung besonders schwer“, erklärt Stadtgärtner Michael Huber. „Sie benötigen in den ersten Jahren regelmäßige Wassergaben, um sich etablieren zu können.“
Doch auch ältere Bäume zeigen zunehmend Symptome. Vor allem an Standorten mit viel Versiegelung, wie Straßenrändern oder Parkplätzen, leiden die Bäume unter der Hitze, da der Boden dort weniger Wasser speichern kann. Die Folge: Blätter verfärben sich frühzeitig, die Kronen werden lichter und einzelne Äste sterben ab.
Stadt wässert verstärkt
Die Stadt Aichach hat auf die Situation reagiert und die Bewässerung der Stadtbäume intensiviert. Nach Angaben der Verwaltung werden die Bäume derzeit wöchentlich mit insgesamt rund 50.000 Litern Wasser versorgt. Zum Einsatz kommen sowohl städtische Tankfahrzeuge als auch zusätzliche Wassersäcke, die an den Bäumen angebracht werden, um das Wasser langsam an den Wurzelbereich abzugeben.
„Wir tun alles, um unsere Bäume durch diese Trockenperiode zu bringen“, betont Bürgermeister Klaus Habermann. „Die Bäume sind ein wichtiger Bestandteil unseres Stadtbildes und tragen zur Lebensqualität bei. Deshalb investieren wir verstärkt in ihre Pflege.“ Die Stadt habe die Bewässerungstouren ausgeweitet und setze auch auf ehrenamtliche Helfer, die bei der Versorgung der Bäume unterstützen.
Langfristige Strategien gefordert
Angesichts des Klimawandels fordern Experten jedoch nicht nur kurzfristige Bewässerungsmaßnahmen, sondern auch langfristige Strategien. So sollten bei Neupflanzungen vermehrt hitze- und trockenheitsresistente Baumarten verwendet werden. Zudem gelte es, die Standortbedingungen zu verbessern, etwa durch größere Baumscheiben oder die Entsiegelung von Flächen, damit das Regenwasser besser versickern kann.
Die Stadt Aichach hat bereits erste Schritte in diese Richtung unternommen. So wurden in den vergangenen Jahren vermehrt Bäume gepflanzt, die besser mit Trockenheit zurechtkommen, wie etwa der Feldahorn oder die Zerreiche. Auch die Anlage von sogenannten Schwammstädten, die Regenwasser speichern und bei Trockenheit abgeben, wird diskutiert.
Bis dahin bleibt die regelmäßige Bewässerung das wichtigste Mittel, um die Bäume zu schützen. Die Stadt appelliert daher an die Bürgerinnen und Bürger, ebenfalls einen Beitrag zu leisten, etwa indem sie Bäume vor ihrer Haustür in den frühen Morgenstunden gießen. „Jeder kann helfen, unsere grüne Stadt zu erhalten“, so der Bürgermeister.



