Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt die Bevölkerung mit vier Warnstufen vor Wettergefahren. Stufe 1 ist eine einfache Wetterwarnung, Stufe 4 die höchste Stufe für extreme Unwetter. Diese Einteilung hilft, Gefahren frühzeitig zu erkennen und richtig zu handeln.
Die vier Warnstufen im Detail
Der DWD unterscheidet zwischen Wetterwarnungen, markanten Wetterwarnungen, Unwetterwarnungen und extremen Unwetterwarnungen. Jede Stufe ist definiert durch bestimmte Schwellenwerte, etwa bei Windgeschwindigkeiten oder Niederschlagsmengen.
Stufe 1 (Wetterwarnung) wird ausgegeben, wenn Wetterphänomene auftreten, die im Alltag stören können, aber keine unmittelbare Gefahr darstellen. Dazu gehören zum Beispiel kräftige Gewitter mit Starkregen bis 25 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit oder Windböen um 60 Kilometer pro Stunde.
Stufe 2: Markante Wetterwarnung
Die zweite Stufe wird als markante Wetterwarnung bezeichnet. Sie tritt in Kraft, wenn Wetterlagen potenziell gefährlich werden können. Typisch sind Starkregen mit Niederschlagsmengen zwischen 25 und 40 Litern pro Quadratmeter innerhalb weniger Stunden oder Sturmböen mit Geschwindigkeiten von 70 bis 85 Kilometern pro Stunde.
Diese Warnstufe wird häufig bei kräftigen Gewittern ausgegeben, die örtlich Überflutungen verursachen können. Der DWD empfiehlt, in dieser Phase bereits Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
Stufe 3: Unwetterwarnung
Die Unwetterwarnung (Stufe 3) wird bei erheblichen Wettergefahren ausgesprochen. Dazu zählen Starkregen mit mehr als 40 Litern pro Quadratmeter innerhalb von sechs Stunden, schwere Sturmböen bis 100 Kilometer pro Stunde oder Hagel mit Korngrößen von zwei Zentimetern und mehr.
In dieser Stufe besteht bereits eine konkrete Gefahr für Leib und Leben. Der DWD rät, Aufenthalte im Freien zu vermeiden und sich über die aktuelle Lage zu informieren. Auch der Straßenverkehr kann beeinträchtigt sein.
Stufe 4: Extreme Unwetterwarnung
Die höchste Stufe ist die extreme Unwetterwarnung. Sie wird nur bei außergewöhnlichen Wetterlagen ausgesprochen, die katastrophale Auswirkungen haben können. Beispiele sind Starkregen mit mehr als 60 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit, Orkanböen über 120 Kilometer pro Stunde oder Hagel mit Korngrößen über fünf Zentimetern.
In dieser Stufe wird vor lebensbedrohlichen Situationen gewarnt. Der DWD appelliert an die Bevölkerung, sich in Sicherheit zu bringen und Notfallmaßnahmen einzuleiten. Die Warnung wird über alle Kanäle verbreitet, einschließlich Warn-Apps wie NINA.
So werden die Warnstufen kommuniziert
Der DWD gibt seine Warnungen über verschiedene Wege heraus: über seine Website, die WarnWetter-App, aber auch über Rundfunk und soziale Medien. Zudem werden die Warnstufen in den Wetterberichten der Medien erklärt.
Laut DWD werden jährlich etwa 1.000 bis 2.000 Warnungen herausgegeben, wobei die meisten der Stufe 1 oder 2 entsprechen. Stufe 4 kommt nur sehr selten vor, meist bei extremen Orkanen oder Jahrhunderthochwassern.
Die Einteilung der Warnstufen ist bundesweit einheitlich und basiert auf den Richtlinien der Weltorganisation für Meteorologie. Dadurch ist sichergestellt, dass Warnungen überall in Deutschland gleich interpretiert werden.



