Erneute Sichtung im Hafen von Wismar
Im Hafen von Wismar ist erneut ein großer Wal aufgetaucht. Das Tier wurde am Morgen gegen 9 Uhr vom Hafenamt gemeldet und wird seitdem von der Wasserschutzpolizeiinspektion Wismar beobachtet, wie das Schweriner Umweltministerium mitteilte. Die genaue Walart konnte bislang nicht abschließend bestimmt werden, auch die Größe wird nur geschätzt: Nach ersten Beobachtungen ist der Wal etwa acht Meter lang.
Details zum Wal und den Beobachtungen
Nach Angaben des Umweltministeriums wirkt der Wal bisher vital. „Er taucht regelmäßig auf und wieder ab“, hieß es. Die Wasserschutzpolizei ist im Einsatz, um das Tier zu überwachen. Ziel aller Maßnahmen ist es, dem Wal einen störungsarmen Rückweg in tiefere Gewässer zu ermöglichen und eine Strandung oder andere Gefährdungen zu verhindern. Sportbootführer und Wassersportler werden gebeten, Kontakt mit dem Tier zu vermeiden und größtmöglichen Abstand zu halten.
Ob es sich bei dem nun in Wismar gesichteten Wal um ein bereits zuvor bekanntes Tier handelt, ist unklar. Eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums sagte, man beobachte die Lage, könne aber noch keine Aussage treffen. In den vergangenen Monaten waren mehrfach Wale in der Ostsee gesichtet worden.
Hintergrund: Der Fall „Timmy“ und weitere Sichtungen
Erst Anfang März war ein später als Buckelwal identifizierter Großwal im Hafen von Wismar aufgetaucht. Das Tier, das später den Namen „Timmy“ erhielt, sorgte international für Aufsehen. Es strandete mehrfach, unter anderem vor Timmendorfer Strand und vor der Insel Poel. Eine Privatinitiative barg den Wal Ende April mit einem Lastkahn und setzte ihn Anfang Mai in der Nordsee aus. Mitte Mai wurde vor der dänischen Insel Anholt ein toter Wal entdeckt, der anhand eines Senders als „Timmy“ identifiziert wurde.
Bereits Mitte Juli war erneut ein großer Wal vor der schleswig-holsteinischen Küste bei Heiligenhafen gesichtet worden. Am vorigen Freitag bestätigte das schleswig-holsteinische Umweltministerium die Sichtung eines Buckelwals in der Flensburger Förde. Dabei handelte es sich vermutlich um ein Tier, das zuvor in Schottland, Dänemark und der Kieler Förde beobachtet worden war. Ob es sich um dasselbe Tier wie bei Heiligenhafen handelte, blieb offen.
Aktuelle Maßnahmen und Appelle
Die Behörden appellieren an alle Wassersportler, dem Wal auszuweichen und ihn nicht zu stören. Die Wasserschutzpolizei wird die Lage weiter beobachten und gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergreifen. Sollte sich der Wal den flacheren Gewässern nähern, könnte eine erneute Rettungsaktion notwendig werden. Vorerst bleibt das Tier jedoch in tieferen Bereichen des Hafens und zeigt ein unauffälliges Verhalten.
(dpa)



